Mehr Fisch, weniger Eis: Damit auch der Magen den Urlaub genießen kann

Die Sommerferien biegen auf die Zielgeraden, für viele Menschen steht der große Urlaub aber erst noch bevor. Und damit der Magen auch etwas vom Urlaub hat, gibt Ernährungsmediziner Prof. Dr. Johann OckengaTipps für eine gesunde Ernährungsweise, die übrigens nicht nur für die Reisezeit gelten.

VON TIMO SCZUPLINSKI
Wenig Fettiges, dafür mehr Gemüse. An der Ernährungspyramide kann man sich orientieren, wenn man für sich eine ausgewogene Ernährung planen möchte. Diese gilt natürlich auch außerhalb der Urlaubszeiten.

Wer in den Ferien verreist, der möchte oft auch kulinarisch etwas Neues erleben. Damit das Urlaubsessen nicht auf den Magen schlägt, gibt es ein paar einfache Verhaltenstipps, gerade in Ländern mit einem etwas weniger hohen Hygienestandard, als man ihn von zuhause gewohnt ist.

„Wenn das Essen gekocht oder gegart ist oder man etwas frisch schälen kann, ist man auf der sicheren Seite“, sagt Prof. Dr. Johann Ockenga, Gastroenterologe und Ernährungsmediziner am Klinikum Bremen-Mitte. Bei rohen und lange ungekühlten Speisen wie Aufschnitt, Eiern, Mayonnaise oder Salaten hingegen sollte man eher vorsichtig sein. Auch wenn Essensstände etwa auf Marktplätzen den ganzen Tag in der Sonne stünden, könne es sein, dass die angebotenen Lebensmittel bereits verdorben sind.

Vorsicht bei Eiswürfeln

Auch bei Getränken sollte man laut dem Ernährungsmediziner einige Regeln beachten. Dass Leitungswasser nicht in allen Ländern auch als Trinkwasser geeignet ist, dürfte den meisten mittlerweile bewusst sein. „Wenn man sich nicht sicher ist, sollte man auf abgepacktes Mineralwasser umsteigen – auch für das Zähneputzen“, sagt Ockenga. So könne man sicher gehen, dass das Wasser nicht keimbelastet ist. Das gleiche gelte für eisgekühlte Getränke. „Eiswürfel werden meist mit Leitungswasser hergestellt. Hier kann es auch sein, dass man sich durch keimbelastetes Wasser den Magen verdirbt“, sagt Ockenga.

Bei aller Vorsicht sollte man aber auch nicht die Vorteile von eher ungewohnten Speisen sehen. „Gerade im mediterranen Bereich ist die Küche insgesamt gesünder als die typische deutsche Küche“, sagt Ockenga. Statt dem gewohnten Schnitzel oder der Currywurst hätten gerade Länder im Mittelmeerraum deutlich fettfreiere Speisen in petto.

Prof. Dr. Johann Ockenga ist Chefarzt der Medizinischen Klinik II am Klinikum Bremen-Mitte und Experte im Bereich Gastroenterologie, Endokrinologie und Ernährungsmedizin.

Wenn man schon mal in Küstengebieten unterwegs ist, sollte man ruhig die oft breite Auswahl an Fischgerichten ausnutzen – am besten durchgegart statt roh. Wenn Fleisch bevorzugt wird, sollte man laut Ockenga statt auf Schwein und Rind möglichst auf cholesterin- und fettärmeres Geflügel setzen – übrigens nicht nur im Urlaub.

 

Magen nicht überreizen

„Bei dem ein oder anderen kann es natürlich vorkommen, dass gerade zu fettiges oder zu scharfes Essen den Magen überreizt – und es auch ohne verunreinigtes Essen zu Magen-Darm-Beschwerden kommen kann“, sagt Ockenga. Dann gelte, es den Flüssigkeitshaushalt durch viel Trinken wieder ins Gleichgewicht zu bekommen – gerne auch per Elektrolytlösungen, die man in Apotheken oder oft schon im Supermarkt erhält. „Die meisten Menschen haben mit den vermeintlich neuen Speisen aber weniger ein Problem, weil sie eine gewisse kulinarische Vielfalt längst von zuhause gewohnt sind“, sagt Ockenga. Der Magen sei in diese Richtung oft schon trainiert. Denn für internationales Essen muss man ja längst nicht mehr ins Ausland fahren.

Fünf Ernährungstipps für den Urlaub im Überblick

• Vor dem Essen unbedingt Hände waschen
• Gekochte und gegarte Speisen den rohen Lebensmitteln vorziehen
• Im Zweifel abgepacktes Wasser als Trinkwasser nutzen
• Auch wenn es schwer fällt: auf Eiswürfel verzichten.
• Fettiges, frittiertes Essen meiden, stattdessen leichte Fisch- und Gemüsegerichte

Prof. Dr. Johann Ockenga ist Chefarzt der Medizinischen Klinik II am Klinikum Bremen-Mitte und Experte im Bereich Gastroenterologie, Endokrinologie und Ernährungsmedizin. Zur Klinik-Seite kommen Sie hier.

Krampfadern: Dicker Stau statt blasser Schimmer

Adern schimmern eigentlich nur leicht durch unsere Haut. Manchmal schwellen sie aber sichtbar an. Solche Krampfadern sind für viele nicht nur ein ästhetisches Problem.
Lesen Sie mehr

Weltweit erste komplette Unterkiefer-Rekonstruktion

Zwei Wadenbein-Knochen, zwei Prothesen und dazu einige Zahnimplantate. Das sind gewissermaßen die Zutaten für einen neuen Unterkiefer. Als weltweit erster Chirurg hat Prof. Jan Rustemeyer am Klinikum Bremen-Mitte einen solchen komplett rekonstruiert.
Lesen Sie mehr

Hygiene in allen Facetten

Fachpublikum aus Bremen und umzu hat im Klinikum Bremen-Nord zum 6. Hygienetag getroffen. Eindrücke von der Veranstaltung gibt es in unserer Bildergalerie.
Lesen Sie mehr

“Kinder können die Gefahr nicht allein erkennen”

Backöfen, Kamin, Teetassen, Heizkörper und Kerzen - gerade in der kalten Jahreszeit steigt die Gefahr für Kleinkinder sich zu verbrühen und zu verbrennen. Der Bremer Kinderchirurg Prof. Christian Lorenz gibt Tipps, wie man das Risiko verringern kann.
Lesen Sie mehr

Max Kruse als Nikolaus in der Kinderklinik

Der Nikolaus kam im roten Kapuzenpulli und mit einem großen Sack voller Geschenke. Werder-Kapitän Max Kruse besuchte am Nikolaustag die jungen Patientinnen und Patienten in der Prof.-Hess-Kinderklinik. Und die waren durch diese Überraschung ganz aus dem Häuschen.
Lesen Sie mehr

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Informationen zum Datenschutz finden Sie unter: http://gesundmalvier.de/impressum/

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen