Abgehorcht (3): Fernseh-Fasten

Das Fernsehen wie es einmal war, ist nun Geschichte. Das alte DVBT-Signal ist abgeschaltet worden. Gut, wenn man sich vorher den falschen Receiver gekauft hat. Zu viel Fernsehen soll ja eh ganz ungesund sein. Die Chance also, sich mit der gewonnenen Zeit durchs Fernseh-Fasten endlich etwas Gutes zu tun.

VON TIMO SCZUPLINSKI

 

Möglicherweise befinden Sie sich in den letzten Zügen der Fastenzeit. Dann müssen Sie jetzt nur noch ein paar wenige Tage durchhalten bis Ostern. Und schon haben Sie es geschafft – mit dem Fasten. Haben Sie es gut! Meine Fastenzeit fängt gerade erst an. Und sie dauert nach aktuellen Erkenntnissen deutlich länger als Ihre popeligen 40 Tage. Es ist sogar gut möglich, dass meine Fastenzeit bis an mein Lebensende dauern wird. Denn seit Mittwoch verzichte ich auf das Privatfernsehen, gezwungenermaßen.

Eigentlich wollten wir uns zuhause rechtzeitig wappnen für die Umstellung dieses Antennensignals, durch die RTL und Co. nun verschlüsselt bleiben, wenn man sich keine Zugangskarte kauft. Leider haben wir uns nun für ziemlich viel Geld einen neuen, allerdings völlig falschen Receiver geholt. Einen, in den man erst gar keine Bezahlkarte hineinstecken kann. Und jetzt einfach noch einen teuren, richtigen Receiver hinterherkaufen? Nö.

Für uns heißt es jetzt: Lebe wohl RTL, SAT.1 und PRO7. Lebe wohl “Gute Zeiten, schlechte Zeiten”, auch mit dem lieben “Promi-Dinner” ist kein Wiedersehen geplant. Kein “Galileo” mehr und auch kein Raab (ach nee, der ist ja schon länger weg). Aber dass ohne Privatsender nun auch die Fußballspiele aus der WM-Quali wegfallen, fällt mir gerad erst auf.

Doch jetzt ist es zu spät. Mit unserem neuen, falschen Receiver empfangen wir anstatt der privaten nun jede Menge andere Kanäle. Zum Beispiel Bibel-TV. N-tv belegt neuerdings sogar gleich fünf Programmplätze. Dazu jeweils viermal ZDF und NDR. Und sogar Regionalsender aus fernen Ländern wie MDR Sachsen-Anhalt und den Bayrischen Rundfunk Süd können wir nun in HD-Qualität bestaunen. Gestern erst bin ich bei QVC hängen geblieben. Pinke Morgamit-Ohrstecker für 76,38 Euro waren dort gerad im Angebot. Fragen Sie mich jetzt nicht was Morgamit ist. Für den Preis hätte ich jedenfalls locker einen Receiver mit Bezahlkarte bekommen können.

Wir haben uns nun lieber dazu entschieden, insgesamt mehr aufs Fernsehen zu verzichten. Tagesschau und heute-Journal mal ausgenommen. Und ab und zu noch eine Doku oder einen Krimi. Aber dann ist’s auch gut.

In unserer Kolumne „Abgehorcht“ berichten unsere Autoren über die alltäglichen Versuche gesünder zu leben. Und darüber, warum das am Ende oft doch nicht klappt.

Denn zu viel Fernsehen soll sowieso ungesund sein. Das weiß ja jeder. Allein die Sache mit den eckigen Augen, die einem von Kindesbeinen angedroht werden, sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Auch dass man vor der Flimmerkiste viel mehr ungesunden Knabberkram in sich hineinstopft, wurde schon in aufwendigen Selbstversuchen nachgewiesen. Es gab sogar Studien, die warnten wegen dem ganzen passiven Vor-der-Glotze-sitzen tatsächlich vor Lebensgefahr.

So weit will ich es absolut nicht kommen lassen. Statt irgendwann vor dem Fernseher zu sterben, sitzen wir nun abends immer mit einem Glas Rotwein auf unserem Balkon. Wir gucken dabei nicht in die Röhre, sondern meist auf unseren Elektrogrill. Die Barbecue-Saison hat passend zu unserer Fernsehfastenzeit ja auch gerade erst begonnen. Und jetzt sagen Sie mir nicht, dass das ungesünder sein soll.

 

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