Schneller Staulöser

Bei der Thrombektomie wird die Ursache für einen Schlaganfall beseitigt. Ein Drahtgeflecht dringt dabei bis in die verstopfte Ader vor und löst den Stau auf. Schwerwiegende Folgen eines Schlaganfalls können so verhindert werden.

VON TIMO SCZUPLINSKI
Alles in Graustufen: Mithilfe der Angiografie können sich Ärzte bei Eingriffen wie der Thrombektomie genau orientieren. Links erkennt man, wie sehr der Blutfluss nach einem Schlaganfall blockiert wird. Auf der rechten Seite wurde der Stau bereits aufgelöst. Deutlich mehr Adern werden wieder durchblutet.

Der Weg in Richtung Kopf beginnt in der Leiste. Dort führt Privatdozent Dr. Christian Roth einen Katheter ein, schiebt und lenkt ihn schnell, aber vorsichtig durch die Blutbahnen nach oben bis zur Halsschlagader. Den Weg durch den Körper findet der Chefarzt der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie am Klinikum Bremen-Mitte mithilfe der Angiografie. Gefäße werden dabei per Kontrastmittel sichtbar gemacht. Während des Eingriffs kann der Arzt den Katheter unter Röntgenkontrolle bis in die verstopfte Ader bringen und das Blutgerinnsel entweder durch Absaugen oder mithilfe eines Drahtgeflechtes aus dem Gefäß entfernen. Die Ursache für den Schlaganfall ist somit beseitigt.

Dieses mechanische Verfahren nennt sich Thrombektomie und wird im Klinikverbund von erfahrenen Neuroradiologen angewendet. „Schwerwiegende Folgen eines Schlaganfalls können auf diese Weise gut verhindert werden“, sagt Chefarzt Roth. Die Methode der Thrombektomie kommt zum Einsatz, wenn ein Thrombus – also ein Blutgerinnsel – eine große Hirnschlagader verstopft und nicht mehr allein durch Medikamente (Thrombolyse) aufgelöst werden kann. „Bereits kurz nach dem Eingriff verschwinden bei vielen Patienten die Symptome – etwa die Lähmungserscheinungen“, sagt Roth. Man sehe also sofort den Effekt. Mit dem Verfahren könnten Gerinnsel in unterschiedlichen Körperregionen entfernt werden – etwa im Kopf oder auch in der Halsschlagader.

Falls dem Schlaganfall eine Gefäßengstelle zugrunde liegt, wird oft noch ein Stent – also eine Gefäßstütze – eingesetzt. Die Thrombektomie ist eine typische Notfallmaßnahme, wird also wenige Minuten nach Diagnosestellung bei einem Schlaganfallpatienten angewendet. „Wichtig ist, schnell einzugreifen, damit die Gefahr für Folgeschäden so gering wie möglich bleibt“, sagt Roth.

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