“Shisha-Rauchen ist die schlechteste Alternative”

Möchte man die Nikotinsucht bezwingen, dann sollte man laut Prof. Dr. Dieter Ukena besonders einen Fehler nicht machen. „Die schlechteste Alternative ist das sogenannte Shisha-Rauchen. Das ist 100 Mal schädlicher als Zigarettenrauchen“, sagt der Chefarzt des Klinikums Bremen-Ost anlässlich des Welt-Nichtrauchertags am 31. Mai im Interview mit Timo Sczuplinski.

Wie sehr wird das gesundheitliche Risiko durch das Rauchen in unserer Gesellschaft noch unterschätzt?
Prof. Dr. Ukena: Die gesundheitlichen Schäden, welche infolge von Rauchen auftreten – und eben nicht nur bezüglich der  Lunge, sondern unter anderem auch Herz, Gefäße, Haut und Hirn –  sind wohl allen Menschen bestens bekannt. Insofern kennt jeder aktiver Raucher das Risiko, welches er eingeht. Problematisch im Sinne einer Verharmlosung sind die Schäden durch das Passivrauchen oder den Schaden, den „rauchende Eltern“ ihren Kindern zufügen können.

Wie sehr hängt das Erkrankungsrisiko von der Menge ab, die ein Mensch raucht? Die Zahl der Zigaretten ist wichtig – noch wichtiger ist jedoch die Dauer des Rauchens. Beispiel: 20 Jahre lang zehn Zigaretten pro Tag sind deutlich schädlicher als fünf Jahre 40 Zigaretten pro Tag. Daraus erklärt sich die Problematik des frühen Einstiegsalter für das Rauchen. Eine deutliche Risikoreduktion für das Auftreten von Rauchen-assoziierten Erkrankungen von zum Beispiel Lunge, Gefäße und Herz ist möglich, wenn der Nikotinkonsum vor dem 30. Lebensjahr eingestellt wird.

Wie hat sich die Zahl an Lungenerkrankungen, die eindeutig durch das Rauchen entstanden sind, zuletzt am Lungenzentrum Bremen entwickelt? Durch das Rauchen bedingte Lungenerkrankungen – insbesondere Lungenkrebs und chronische Bronchitis (COPD) – nehmen weiterhin den Hauptanteil an Erkrankungen des Lungenzentrums Bremen ein. Beide Krankheiten nehmen auch in der Häufigkeit des Auftretens zu. Beispielweise werden pro Jahr circa 500 Patienten mit neu diagnostiziertem Lungenkrebs im Lungenkrebszentrum Bremen-Ost behandelt.

Schädliche Shisha

Von Zigaretten auf Shisha umsteigen? Das ist keine gute Idee. Laut Prof. Dr. Ukena ist Shisha-Rauchen 100 Mal schädlicher als die klassische Zigarette. Ob E-Zigaretten eine gesündere Alternative sind, wird aktuell kontrovers diskutiert. “Das wichtigste”, sagt Ukena, “ist, dass man den Schalter im Hirn umlegt”.

Welche Methode zum Abgewöhnen können Sie empfehlen?
Da geht es ja vor allem um eine Nikotinsucht, und die ist kritisch zu bewerten. Die beste Methode ist, den „Schalter im Hirn“ umzulegen. Zahlreiche Unterstützungsmethoden stehen zur Verfügung – und jeder muss die für ihn beste Methode herausfinden. Möglich  – wenn auch sicherlich nicht mit erster Präferenz – sind auch Medikamente, welche die Nikotinabhängigkeit bekämpfen. Kontrovers diskutiert wird der Stellenwert sogenannter E-Zigaretten. Die schlechteste ist das sogenannte Shisha-Rauchen, da es 100-mal schädlicher ist als Zigarettenrauchen.

Ist durch Werbeverbot und sogenannte Schockbilder ein anderes Bewusstsein zum Thema Rauchen entstanden?
Das Werbeverbot ist sicherlich positiv zu werten – auch hinsichtlich einer Vermeidung von verharmlosenden Botschaften von vermeintlichen Vorteilen oder Positivassoziationen des Rauchens. Die Auswirkungen der sogenannten Schockbilder auf Zigarettenschachteln lassen sich hinsichtlich ihres Abschreckungspotenzials noch nicht bewerten.

Zur Person: Prof. Dr. Dieter Ukena ist Chefarzt der Klinik für Pneumologie und Beatmungsmedizin im Interdisziplinären Lungenzentrum des Klinikums Bremen-Ost – eines der größten Kompetenzzentren für die Behandlung von Lungenkrankheiten in Deutschland.

Direkt zu  Klinik für Pneumologie und Beatmungsmedizin im Interdisziplinären Lungenzentrum des Klinikums Bremen-Ost geht es hier

Zum Lungenzentrum Bremen am Klinikum Bremen-Ost geht es hier

Die GENO-Baby-App

Die Geburtskliniken der Gesundheit Nord begleiten Schwangere jetzt auch per App durch die spannende Zeit der Schwangerschaft. GENO-Baby zeigt jede Woche, wie sich das Kind entwickelt, gibt nützliche Hinweise zu Ernährung und Wohlbefinden in der Schwangerschaft.
Lesen Sie mehr

Klinikverbund bekommt Verstärkung

Die Geschäftsführung der Gesundheit Nord bekommt Verstärkung durch einen Interimsmanager: Dr. Tobias Möhlmann wird den Bremer Klinikverbund ab sofort unterstützen. Der 42-Jährige ist Geschäftsführer des Beratungsunternehmens WMC Healthcare aus München.
Lesen Sie mehr

Die wahrscheinlich jüngste Station Bremens

Auszubildende haben für einige Wochen die Pflegearbeit auf einer Station der Kinderklinik am Klinikum Bremen-Nord übernommen. Nachwuchspfleger kümmern sich um junge Patienten – in dieser besonderen Konstellation bilden sie aktuell die wahrscheinlich jüngste Krankenhausstation Bremens. Wir haben die Schulstation besucht.
Lesen Sie mehr

Wenn plötzlich alles anders ist

Lernen von Unfallopfern und Experten. Bremer Schüler erfahren beim ersten „P.A.R.T.Y.“-Tag am Klinikum Bremen-Mitte, welche Folgen riskantes Verhalten im Straßenverkehr haben kann. Eindrücke von der Aktion, die gemeinsam mit der Polizei Bremen auf die Beine gestellt wurde, gibt es hier.
Lesen Sie mehr

Knochenverlängerung mit Nagel und Magnet

Hosea Bürgeners Beine waren unterschiedlich lang. Um wieder ins Gleichgewicht zu kommen, ließ er seinen Oberschenkelknochen nach einem besonderen Eingriff am Klinikum Bremen-Mitte per Magnet und Marknagel wachsen.
Lesen Sie mehr

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Informationen zum Datenschutz finden Sie unter: http://gesundmalvier.de/impressum/

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen