Abgehorcht (2): Zeit zum Ackern

Mit den warmen Temperaturen kommt endlich auch der Tatendrang zurück. Also schnell raus in den Garten. Löcher buddeln, Blumen pflanzen. Das soll sogar sehr gesund sein. Blöd nur, wenn man keinen Garten hat. Dann müssen andere Ideen her.

VON TIMO SCZUPLINSKI

 

Spüren Sie auch plötzlich diesen Tatendrang? Seitdem es draußen wieder wärmer und grüner geworden ist, kribbelt es jedenfalls ständig in meinen Fingern. Wahrscheinlich ist das der Drang nach draußen. Dass einige Mitmenschen da ganz ähnlich fühlen, kann man gerade wunderbar am großen Gedränge in der Grünzeug-Abteilung des nächsten Baumarkts beobachten. Das Rennen um das schönste Zitronenbäumchen und den schmucksten Übertopf ist dort längst wieder eröffnet. Gärtnerische Großprojekte wollen begonnen werden.

Unter gesundheitlichen Gesichtspunkten ist die Gartenarbeit sogar sehr zu empfehlen. Glaubt man vielen Experten, gibt es im Grunde sogar kaum etwas Besseres als die Gartenarbeit: Durch das ganze Harken, Buddeln und Mähen werden zum Beispiel deutlich mehr Muskelgruppen beansprucht als etwa bei der üblichen Joggingrunde. Durch die stärkere Durchblutung kann das Immunsystem zudem viel besser arbeiten. Nach wenigen Minuten gibt es sogar ein paar Glücksgefühle gratis. Und dann ist da ja noch das viele Sonnenlicht, das unseren Knochen zum wichtigen Vitamin D verhilft. Bei all diesen tollen Dingen sei die These erlaubt: Wer gärtnert, lebt ungemein gesund.

Wir haben zuhause leider keinen Garten. Und unser Balkon ist auch schon recht vollgestellt. Das macht es etwas komplizierter, den Tatendrang in den Griff zu bekommen. Statt sich durch die Gartenabteilung des Baumarkts zu drängeln, schieben wir unseren Wagen deshalb nun immer durch die Gänge mit den Sanitärartikeln.

In unserer Kolumne „Abgehorcht“ berichten unsere Autoren über die alltäglichen Versuche gesünder zu leben. Und darüber, warum das am Ende oft doch nicht klappt.

Wir haben uns nämlich dazu entschlossen, uns in unserem handwerklichen Elan statt auf den fehlenden Garten einfach auf die Verschönerung unseres Badezimmers zu stürzen. In dem fensterlosen, gut und gerne siebeneinhalb Quadratmeter großen Fliesenidyll scheint zwar recht selten die Sonne und viel Platz für Bewegung ist dort auch nicht vorhanden. Aber selbst dort lässt sich eine Wohlfühloase bauen – oder wenigstens ein kleines Feuchtbiotop. Duschvorhänge statt Sonnenschirm, grelle Gummimatten statt bunter Blumenbeete und bequeme Wäschekisten statt klappriger Gartenmöbel. Soviel ist dazu gar nicht nötig.

Ein paar einfache Regeln vor dem Einkauf im Baumarkt gilt es aber dennoch zu beachten: So müssen Sie unbedingt schon einmal davon gehört haben, dass Duschvorhänge verschieden breit sein können. Ich wusste das nicht. Für unsere 2,20 Meter lange Wanne haben wir nun einen 1,20 Meter großen, aber dafür auch wunderschönen neuen Duschvorhang zuhause. Man muss bei uns jetzt sehr sorgsam duschen, damit das Nasse auch in der Wanne bleibt. Das spart Wasser und fördert gleich am Morgen die Konzentration – auch irgendwie gesund.

Eine tolle wie einfache Verschönerungsidee sind auch neue Wandhaken, an die man – wie in einem Garten – sogar kleine Blumenpötte baumeln könnte. Die Haken muss man nicht einmal mehr anbohren. Unsere sind selbstklebend. Sie kleben ganz von allein an der Wand. Jedenfalls so lange, bis man ein Handtuch dranhängt. Dann wiederum sind Haken und Handtuch selbstfallend und helfen sehr gut dabei, die Duschpfützen derjenigen aufzusaugen, die zuvor nicht sorgsam genug geduscht haben. Man spart sich so gesehen unnötige Arbeit, was auch ganz schön erholsam sein kann, wie ich finde.

Auch unser neuer, bunter Waschbeckenstöpsel ist ein enormer ästhetischer Gewinn, wenngleich er nicht ganz so genau ins Abflussloch passt wie der alte und er das Wasser nun etwas langsamer ablaufen lässt. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn für die neue, botanische Vielfalt in unserem Wohlfühl-Bad brauchen wir nun ohnehin mehr Gießwasser. Die 1,60 Meter große Goldfruchtpalme – Zitronenbäumchen waren leider schon aus – sticht da mit ihren zackigen Wedeln direkt beim Reinkommen ins Auge und verstellt uns die Sicht in den Spiegel nicht mal zur Hälfte. Wir haben also wirklich schon ganz schön was geschafft in den letzten Tagen. Und dieses komische Kribbeln in den Fingern ist mittlerweile auch wieder verschwunden.

In unserer Kolumne “Abgehorcht” berichten unsere Autoren über die alltäglichen Versuche gesünder zu leben. Und darüber, warum das am Ende oft doch nicht klappt.

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