Abschied nach 47 Berufsjahren im Klinikum Ost

Es ist eine beeindruckende Zahl: Dagmar von Westernhagen (65) hat 47,5 Jahre im Klinikum Bremen-Ost gearbeitet. Jetzt geht sie in den Ruhestand und blickt auf ein spannendes Berufsleben zurück.

VON MELANIE WALTER (TEXT) UND KERSTIN HASE (FOTOS)

1972, im August, startete Dagmar von Westernhagen ins Berufsleben. In Sebaldsbrück, auf den Stationen der Inneren Medizin und der Chirurgie. „Da war ich 18, und die ersten Wochen hatte ich noch keinen Vertrag. Das Geld bekam ich auf die Hand.“ Es war die Zeit des Personalnotstands, jede und jeder wurde genommen, der anpacken konnte, erinnert sich die 65-Jährige. Von Westernhagen startete als Pflegehelferin, die Ausbildung holte sie 1975 nach: „Vorher war einfach keine Zeit zum Lernen. Ich musste im OP arbeiten“.

1977 wurde die Sebaldsbrücker Klinik in das damals neu gebaute heutige Klinikum Bremen-Ost integriert. Seither ist Dagmar von Westernhagen Teil des Teams. Fast immer in Vollzeit, bis auf sieben Jahre: „Da waren die Kinder klein und ich übernahm zehn Nachtwachen im Monat.“ Drei Töchter hat die Worpswederin, inzwischen auch fünf Enkel. Alles in allem sind im Bremer Osten nun 47,5 Berufsjahre zusammen gekommen. Zum 1. Februar geht die langjährige Stationsleitung der 93 in den Ruhestand. Dort war sie seit 1991, von 1993 bis heute leitete sie die chirurgische Station.

Zuhause warten neue Aufgaben: Mutter und Schwiegermutter sind alt und benötigen Hilfe, Musicals und Konzerte in Hamburg und Bremen wollen besucht und genossen werden, kochen und backen ohne Zeitdruck – „ich möchte noch Leben spüren, solange es geht. Und ich habe einiges vor“, sagt Dagmar von Westernhagen. In ihrem 40.000 Quadratmeter großen Garten möchte sie ein grünes Kleinod anlegen, dem Ökosystem zuliebe. Auch über Ehrenämter denkt Dagmar von Westernhagen nach: Sie ist Mitglied bei Greenpeace, und sie würde gerne bei der Lilienthaler Tafel aushelfen.

Die Zeit in Bremen-Ost möchte die 65-Jährige keinesfalls missen: „Ich bin der Mensch geworden, der ich bin. Ich hatte hier immer einen freundlichen Umgang, auch nach Konflikten und ich habe viele tolle Menschen kennengelernt.“ Einiges sei früher besser gewesen, anderes findet sie heute sehr gut. „Meine Ausbildung war noch sehr streng, heute ist dies lockerer und das ist gut so.“ Dass sie als Leitung am Bett arbeitete und Büroarbeit nach der Schicht erledigte, war hart. „Ich habe ein großes Verantwortungsbewusstsein bekommen, Disziplin und Verlässlichkeit standen an vorderster Stelle in meiner Ausbildung.“

Den aktuellen Fachkräftemangel hat sie in den vergangenen Jahren bei ihrer Arbeit ebenfalls gespürt. „Für mich ist es jetzt einfach vorbei: Ich habe mich hier ein Stück verloren, denn Idealismus gehört für mich dazu, um kranke Menschen zu begleiten und kompetent zu pflegen.“

Neben all den Plänen für die Zeit nach dem Krankenhaus freut sich Dagmar von Westernhagen jetzt, mal wieder Zeitung zu lesen, „in Ruhe und von vorne bis hinten“. Einen Hund will sie haben, und gesund bleiben. „Es wird herrlich“, sagt sie und lacht. Die 65 Jahre sieht man ihr nicht an. Und die 47,5 auch nicht. Auf Dagmar von Westernhagen warten noch viele Aufgaben. Genug erinnert also, ihr Blick geht nach vorn. „Ich muss jetzt wirklich nach Hause“.

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