“Bei all dem Pech doch ein Glückspilz”

Peter Sperling hat Krebs. Für Patienten wie ihn finden erfahrene Spezialisten im Klinikverbund gemeinsam die beste Therapie. Nun wurde die Gesundheit Nord erstmals als “Standortübergreifendes Onkologisches Zentrum” ausgezeichnet. Aber wie funktioniert die Arbeit in solch einem Zentrum konkret? Hier ist ein Einblick.

VON TIMO SCZUPLINSKI
Geballte Erfahrung und Expertise: Zentrumskoordinator Dr. Matthias Bormann und Zentrumsleiter Prof. Dr. Bernd Hertenstein

Peter Sperling macht gerade eine besonders schwere Zeit in seinem Leben durch. Seit wenigen Wochen weiß er, dass er Krebs hat. Das Lymphgewebe ist betroffen. Und nun befindet sich der 75-Jährige mitten in der Chemotherapie. Bis Januar hat er noch mehrere Behandlungstermine im Onkologischen Zentrum am Klinikum Bremen-Mitte vor sich. „Doch bei all dem Pech bin ich doch ein richtiger Glückspilz“, sagt Peter Sperling. Sein Krebs, ein sogenanntes Non-Hodgkin-Lymphom, sei gut behandelbar. Und noch dazu fühle er sich im Onkologischen Zentrum gut aufgehoben. „Ich habe schnell gemerkt: Ich bin hier nicht einfach nur eine Nummer.“

Neben solchen Patientenrückmeldungen hat das Onkologische Zentrum nun eine wichtige Auszeichnung erhalten. Denn die Gesundheit Nord wurde erstmals von der Deutschen Krebsgesellschaft mit dem Zertifikat als standortübergreifendes Onkologisches Zentrum ausgezeichnet. Das heißt: Neben den vielen Organkrebszentren am Klinikum Bremen-Mitte sind jetzt auch das Lungenkrebszentrum am Klinikum Bremen-Ost und die Kinderonkologie neu in das Onkologische Zentrum aufgenommen worden.

„Diese Auszeichnung unterstreicht die enorm hohe Expertise an unseren Standorten“, sagt Prof. Dr. Bernd Hertenstein, Leiter des Onkologischen Zentrums. „Hier wirkt die Geno als Ganzes.“ Das Onkologische Zentrum – erstmals 2015 als solches zertifiziert – ist die gemeinsame Plattform der vielen Organkrebszentren im Klinikverbund. Die Gesundheit Nord ist bremenweit der umfassendste Anbieter in der Krebstherapie – und hat auch als Versorger für den gesamten Nordwesten eine große Bedeutung. Allein im vergangenen Jahr gab es im Onkologischen Zentrum mehr als 2000 neue Krebsdiagnosen.

 

Jeder neue Fall in der Tumorkonferenz

Neudiagnosen pro Jahr

Im Onkologischen Zentrum gibt es weit mehr als 2000 neue Krebsdiagnosen pro Jahr. Die Tendenz ist laut Dr. Matthias Bormann steigend.

„Schwer kranke Patienten
zieht es natürlich dorthin,
wo sie die besten Heilungschancen haben.“

Dr. Matthias Bormann
Koordinator des Onkologischen Zentrums.

„Schwer kranke Patienten zieht es natürlich dorthin, wo sie die besten Heilungschancen haben“, sagt Dr. Matthias Bormann, Oberarzt und Koordinator des Onkologischen Zent-rums. „Hier sitzt die geballte Erfahrung und Expertise“, sagt Bormann, das sei mit dem Zertifikat der Deutschen Krebsgesellschaft einmal mehr bestätigt worden.

Am besten wird das Zusammenspiel im Onkologischen Zentrum bei den wöchentlichen Tumorkonferenzen deutlich. „Egal über welche Tür ein Patient zu uns kommt, er landet immer in der Tumorkonferenz. Das ist wichtig“, sagt Bormann. Jeder neue Fall werde dort gemeinsam besprochen. Handelt es sich um einen lokalen Befund? Gibt es Metastasen? Kann operiert werden? Wenn ja, mit welchem Verfahren? Oder ist Chemotherapie die beste Wahl? Patienten könnten sich sicher sein, dass hier von den besten Krebsspezialisten die beste Therapiemöglichkeit gefunden werde.

So war es auch bei Peter Sperling. Sein Hausarzt hatte ihn ans Onkologische Zentrum über-wiesen. „Das war der richtige Griff“, war sich Sperling bereits nach dem ersten Vorgespräch sicher. „Der gesamte Umgang ist hier einfach sehr lieb“, sagt der Bremer. Und mit der Gewissheit, dass seine Krebserkrankung gut behandelbar sei, habe er auch wieder etwas Licht in seinem Leben gesehen. „Und dieses Licht halte ich jetzt ganz stark fest.“

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