Die heilende Membran aus der Plazenta

Aus der Plazenta können Ärzte eine Membran gewinnen, die bei Augenverletzungen und Verbrennungswunden hilft. Am Klinikum Links der Weser werden solche Amnionspenden entnommen und in der Augenklinik am Klinikum Bremen-Mitte verpflanzt.

Im August 2017 gab es im Klinikum Links der Weser bei einer Kaiserschnittgeburt die erste Amnionspende. Seither gab es viele weitere derartige Gewebespenden, aus denen in der Hornhaut- und Gewebebank Schwerin pro Spende oft mehr als 100 Transplantate gewonnen werden können. Aber was ist so besonders an der dünnen Haut aus der Plazenta – der sogenannten Eihaut?

Die Amnionmembran verfügt über wundheilungsfördernde Eigenschaften und kann zur Behandlung von Oberflächendefekten des Auges sowie zur vorübergehenden Abdeckung von Verbrennungswunden bei Kindern und Jugendlichen verwendet werden. Die Amnionspende ist eine Lebend-Gewebespende. Das heißt: Die Amnionmembran wird im Rahmen einer geplanten Kaiserschnittgeburt aus der mütterlichen Plazenta gewonnen. Sie ist die dünne, gefäßlose, innerste Eihaut, die als Teil der Fruchtblase im Mutterleib den Embryo umhüllt. Wichtig ist, rechtzeitig eine mögliche Amnionspende zu thematisieren, die Mutter über die Spendemöglichkeit aufzuklären und nach einer Einwilligung alles dafür Notwendige vorzubereiten.

Ärzte verwenden Amnionmembran in der Augenheilkunde zur Behandlung von schweren Oberflächendefekten des Auges. Darüber hinaus bestehen aber auch weitere Anwendungsmöglichkeiten: Die DGFG darf die Amnionmembran demnächst auch als temporären Hautersatz bei Verbrennungen und Wundheilungsstörungen sowie für Anwendungen in der Gynäkologie und der Mund-Kiefer-Chirurgie abgeben.

Kliniken wie das Klinikum Links der Weser unterstützen die Amnionspende im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung mit der DGFG, der unabhängigen, gemeinnützigen Gesellschaft, die seit ihrer Gründung 2007 ein bundesweites Netzwerk zahlreicher deutscher Kliniken, Gewebebanken und transplantierender Einrichtungen aufgebaut hat. Die Spende und Transplantation von menschlichem Gewebe regelt in Deutschland seit 2007 das Gesetz über Qualität und Sicherheit von menschlichen Geweben und Zellen, kurz Gewebegesetz.

Mehr über die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Links der Weser finden Sie hier

Mehr über die Augenklinik am Klinikum Bremen-Mitte finden Sie hier

Fotos: Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG).
Blick in den OP der Augenklinik: Am Klinikum Bremen-Mitte werden Amnion-Transplantate verpflanzt und helfen so bei der Behandlung von Augenverletzungen.

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