Ein großes Schutzschild und 300.000 Düfte – Neun wissenswerte Dinge über unsere Sinne

Warum bewegen sich die Augen im Schlaf, warum schützt uns das Riechen und was haben die Haut und unsere Gefühle miteinander zu tun? Zum “Tag der Sinne” am 1. Oktober haben wir ein kleines Themenpaket zusammengestellt.

VON TIMO SCZUPLINSKI UND STEFANIE BECKRÖGE
Grafiken: iStock

Warum bewegen sich die Augen im Schlaf

Nach der sogenannten Scanning-Hypothese hängen Augenbewegungen mit dem Traumgeschehen zusammen. Diese Theorie ist bereits sehr alt und konnte Ende der 1990er Jahre zumindest teilweise bestätigt werden. Die Schlafphase, in der diese Traumphase verläuft, nennt sich übrigens REM und steht für Rapid Eye Movement
(rapide, schnelle Augenbewegung).

Sinne im Alter

Im Alter vermindert sich die Leistung unserer Sinnesorgane. Die Sehschärfe, das Riech- und auch das Hörvermögen nehmen ab 65 Jahren oft deutlich ab. Ältere Menschen können insbesondere hohe Töne schlechter wahrnehmen. Auch die Geschmacksrezeptoren arbeiten weniger gut. Gerade das Schmecken salziger, bitterer, saurer und herzhafter (umami) Lebensmittel nimmt ab. Die Fähigkeit, Süßes zu schmecken, bleibt dagegen relativ konstant, weshalb ältere Menschen eher zu Süßspeisen neigen können.

300.000 Düfte

Der Mensch kann etwa 300.000 verschiedene Düfte wahrnehmen und unterscheiden. Der Geruchssinn lässt sich tatsächlich durch Training verfeinern. Erinnerungen an Gerüche werden im Gehirn gespeichert.

Können wir menthol wirklich riechen?

Es gibt Gerüche, die die meisten Menschen mögen. Vanille etwa soll an Muttermilch erinnern und das Gefühl von Geborgenheit in uns auslösen. Zitrusdüfte stehen hierzulande für Sauberkeit und Frische, in anderen Teilen der Welt werden sie dagegen als unangenehm empfunden. Eine Besonderheit ist der Geruch nach Menthol – den es gar nicht gibt. Menthol ist für uns nicht riechbar. Wir empfinden die Frische, die unsere Nase befreit. Aber das ist ein reiner Kältereiz.

Schutzschild Haut

Die Haut ist unser größtes Sinnesorgan: Bei Erwachsenen umfasst sie zwischen 1,5 und 2,5 Quadratmeter. Außerdem macht sie um die 20 Prozent unseres Gewichts aus. „Kein anderes menschliches Organ übernimmt gleichzeitig so viele unterschiedliche Funktionen wie die Haut“, sagt Prof. Dr. Markus Zutt, Chefarzt der Klinik für Dermatologie und Allergologie am Klinikum Bremen-Mitte. Die Haut kann vieles. Sie ist gleichzeitig Sinnes- und Schutzorgan, Temperatur- und Feuchtigkeitsregler. Sie ist unser Tastorgan. Sie schützt unseren Körper vor Bakterien, Viren und Pilzen. Zusätzlich bekämpfen Abwehrzellen unter der Haut
Mikroorganismen, die über die Haut eingedrungen sind. Außerdem schützt sie uns – durch Schwitzen und Gänsehaut – vor Überhitzung und Unterkühlung und sie dient als Energiespeicher.

Gegen trockene Augen

Gerade im Winter leiden Menschen unter trockenen Augen. Um dem entgegenzuwirken, sollte man ausreichend schlafen, die Augen vor Zugwind schützen oder den Lidrand pflegen – per Kompresse mit einem feuchtwarmen Lappen, der für fünf Minuten auf die Augen gelegt wird. Danach sollte man mit der Kompresse vorsichtig an Ober- und Unterlid reiben. Auch feuchthaltende Augentropfen können eine Hilfe sein. Durch Gähnen dagegen gelangt zwar Tränenflüssigkeit in die Augen, gegen generell trockene Augen hilft es aber trotzdem nicht.

Geschmack per Knospe

In den Geschmacksknospen stecken die Sinneszellen unseres Geschmackssinns. Durch winzige Poren können per Speichel
Bestandteile des Essens zu den Knospen gelangen und so von uns geschmeckt werden. Drei Viertel aller Geschmacksknospen liegen auf unserer Zunge. Einige befinden sich aber auch im Gaumen, Nasenrachen und in der Speiseröhre. Um immer wieder aufs Neue etwas Salziges, Süßes, Bitteres, Saures oder Herzhaftes (umami) schmecken zu können, werden die Knospen von Spüldrüsen gereinigt.

Haut – der Spiegel der Seele?

Manche Erlebnisse sind zum „Aus-der-Haut-Fahren“, mal sind wir empfindsam und „dünnhäutig“, mal bekommen wir eine „Gänsehaut“. Diese Redewendungen zeigen, dass die Haut auch etwas mit unserer Psyche – unserer Seele – zu tun hat. Es gibt einen Zusammenhang zwischen den Gefühlen eines Menschen und der Haut. Exemplarisch dafür ist, dass wir mitunter rot anlaufen, wenn uns etwas peinlich ist, uns der Angstschweiß auf die Stirn tritt, uns ein kalter Schauer über den Rücken läuft, oder wir rote Flecken auf der Haut bekommen. All diese Symptome zeigen, dass wir wieder mal sehr im Stress sind. Ebenso können dafür Allergien, Überempfindlichkeiten oder Infektionen verantwortlich sein. Das muss dann medizinisch abgeklärt werden.

Riechen schützt den Körper

Die Riechfunktion schützt die Atmungsorgane und den gesamten Organismus vor schädlichen Einflüssen, zum Beispiel vor giftigen (meist übel riechenden) Gasen. Während angenehme Gerüche, wie etwa der Geruch nach leckerem Essen, uns „das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen“, können unangenehme Gerüche Übelkeit verursachen oder einen Brechreiz auslösen. Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen Geruchsempfindungen und dem unbewusst arbeitenden Teil des Nervensystems, dem vegetativen Nervensystem.

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