Erfolgreiche Behandlung – und Grüße von Macron

Die beiden französischen Patienten, die seit Anfang April in Bremen behandelt wurden, konnten das Klinikum Bremen-Mitte nach fast drei Wochen wieder in Richtung Heimat verlassen. Ein Dank kam vom französischen Staatspräsidenten.

VON ROLF SCHLÜTER (FOTOS UND TEXT)

Die beiden französischen Covid-19-Patienten Sylvain Martin (66 Jahre) und Cirpaci Nicusor Moldova (43 Jahre) waren am 4. April mit zwei Maschinen der luxemburgischen Fluggesellschaft Luxair aus ihrer Heimatstadt Straßburg nach Bremen geflogen und auf der Intensivstation des Klinikums Bremen-Mitte aufgenommen worden. Zu diesem Zeitpunkt waren beide Männer beatmet und nicht bei Bewusstsein. Zuvor hatten sie bereits in Straßburg, das sich in der besonders schwer von der Corona-Pandemie betroffenen Region Grand Est befindet, im Krankenhaus gelegen.

„Wir sind froh, dass wir unseren Kolleginnen und Kollegen in Straßburg und auch den schwer betroffenen Patienten helfen konnten“, sagt Dr. Judith Gal, Geschäftsführende Oberärztin in der Notaufnahme und Mitglied der Krankenhauseinsatzleitung am Klinikum. „Aufgrund des sehr hohen Patientenaufkommens wäre die qualitative notwendige Versorgung der beiden Patienten so in Straßburg nicht mehr möglich gewesen“.

Am 9. und 10. April konnte die Beatmung erfolgreich beendet werden, wenige Tage später wurden die beiden Patienten von der Intensivstation auf die Isolationsstation verlegt. Am 24. April dann durften sie das Bremer Krankenhaus verlassen und flogen per Hubschrauber wieder in Richtung Heimat.

Für den Chefarzt der Intensivstation, Prof. Rolf Dembinski, war es vor allem eine große Teamleistung: „Intensivmedizin geht nur, wenn alle Berufsgruppen und Fachabteilungen Hand in Hand arbeiten. In der Corona-Krise bestätigt sich, dass wir hier im Klinikum Bremen-Mitte ein tolles Team haben.“

Beide Patienten hatten zwischenzeitlich bereits wieder Kontakt mit ihren Familien aufgenommen, so dass den Angehörigen in Frankreich die größten Sorgen genommen werden konnten. Und von dort kam noch ein besonderer Gruß, nämlich vom französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron. “Die Freie Hansestadt Bremen hat in den vergangenen Tagen großes solidarisches Engagement bewiesen. Den betroffenen Personen, bei denen ein schwerer Verlauf der Krankheit festgestellt wurde, konnte auf diese Weise bestmögliche medizinische Versorgung zuteil werden.”

Bremen ist eine von mehreren deutschen Städten, die Corona-Patienten aus dem Ausland aufgenommen hat, weil die dortigen Gesundheitssysteme überlastet waren. In Frankreich sind bereits mehr als 20.000 Menschen an Covid-19 gestorben, rund 115.000 haben sich infiziert. „Für uns war klar, dass wir den französischen Kolleginnen und Kollegen helfen müssen“, sagt Heike Penon, Sprecherin der Geschäftsführung der Gesundheit Nord. Die Bitte um Amtshilfe war über die französische Botschaft in Berlin an die Bundesländer herangetragen worden. Der französische Honorarkonsul Christoph Meier in Bremen hatte dann den Kontakt zur Senatskanzlei gesucht, und diese hatte die Gesundheit Nord angesprochen. Auch organisatorisch lief alles Hand in Hand, so dass die Patienten dann kurzfristig nach Bremen geflogen werden konnten. Heike Penon: „Wir freuen uns sehr über diesen glücklichen Ausgang und wünschen den beiden Patienten weiterhin gute Genesung“, so Penon.

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