Herzschwäche: Wenn der menschliche Motor schlapp macht

Wer schnell aus der Puste ist, Wassereinlagerungen an den Knöcheln hat oder ab und zu unter Atemnot leidet, sollte das nicht nur auf typische Alterserscheinungen zurückführen – sondern auch sein Herz checken lassen.

VON TIMO SCZUPLINSKI

Wer schnell aus der Puste ist, Wassereinlagerungen an den Knöcheln hat oder ab und zu unter Atemnot leidet, verbindet das meist mit typischen Alterserscheinungen – ist ja nur logisch, dass der Körper mit steigendem Alter auch weniger leisten kann. „Die wenigsten bringen solche Symptome jedoch mit einer Herzerkrankung in Verbindung“, sagt Prof. Dr. Rainer Hambrecht, Chefarzt der Klinik Innere Medizin II (Kardiologie, Angiologie, konservative Intensivmedizin) im Klinikum Links der Weser. Denn in vielen Fällen kann der Beginn einer chronischen Herzschwäche dahinterstecken. Das Herz – unser Lebensmotor – verliert dabei zunehmend seine Kraft, genügend Blut durch den Körper zu pumpen. In Deutschland leiden laut der Deutschen Herzstiftung etwa zwei bis drei Millionen Menschen unter der Erkrankung, die vor allem als Folge von Herzinfarkten und anhaltendem Bluthochdruck auftritt. Eine mögliche Ursache kann aber auch ein Loch in der Herzscheidewand oder eine defekte Herzklappe sein. Zur Behandlung dieser Erkrankungen werden am Klinikum Links der Weser spezielle interventionelle Verfahren vorgehalten. So kann ein Loch in der Herzscheidewand per sogenanntem Occluder-Verfahren geschlossen werden.

Dabei wird während eines Eingriffs im Katheterlabor ein winziges Spezial-Schirmchen in die defekte Stelle eingeführt, aufgespannt und das Loch so verschlossen. Zur Behandlung von Herzklappenfehlern werden mittlerweile neben operativen Verfahren auch Herzkatheterbasierte Eingriffe ohne Eröffnung des Brustkorbes (TAVI, Mitra-Clip, etc.) für Patienten mit erhöhtem OP-Risiko angeboten. Weitere Gründe für eine Herzschwäche sind dauerhafter Drogen- und Alkoholkonsum und Entzündungen des Herzmuskels. „Wer unter Atemnot leidet, sollte das nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern unbedingt ärztlich abklären lassen“, sagt Hambrecht. Bei der Therapie geht man vor allem gegen die

Grunderkrankung an – je nach Fall reicht das  von der Einstellung des Blutdrucks über einen Herzklappenersatz bis zum Bypass- oder Herzkatheter-Eingriff. Zudem gibt es zahlreiche neue Medikamente, die die Prognose von Patienten mit Herzmuskelschwäche verbessern können. Um die Entwicklung dieser neuen Medikamente voranzubringen, werden am Klinikum Links der Weser – in Zusammenarbeit mit der Stiftung Bremer Herzen – viele Studien durchgeführt, die Herzschwäche-Medikamente prüfen.

Mit Prof. Dr. Jens Garbade gibt es seit diesem Jahr im Klinikum Links der Weser weitere Behandlungsoptionen. Der neue Chefarzt der Herzchirurgie ist als Spezialist für die chirurgische Herzinsuffizienztherapie vom Herzzentrum Leipzig nach Bremen gekommen.

Spezialeinheit für Herzschwäche-Patienten

Im Klinikum Links der Weser gibt es eine als überregionales Zentrum ausgezeichnete Heart-Failure-Unit, die auf das Krankheitsbild Herzschwäche spezialisiert ist. Diese neue Versorgungseinheit kann die Expertise verschiedener Bereiche (Herzkatheter, Elektrophysiologie, Herzchirurgie, Forschung, Heart-Failure-Nurses) bündeln und dadurch die Versorgung deutlich verbessern.
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