Klinik-Neubau – “Hier ist etwas richtig Gutes entstanden”

Mit dem Einzug der ersten Patienten im Mai geht das neue Klinikum Bremen-Mitte in Betrieb. Was folgt, ist ein mehrstufiger Umzug aller Fachkliniken bis ins Jahr 2020. Wie das konkret funktioniert und was Patienten in Bremens größtem und modernstem Krankenhaus erwartet, erklärt Geschäftsführer Klaus Beekmann im Interview.

Herr Beekmann, Sie sind seit 2018 Geschäftsführer der Gesundheit Nord für den Bereich Infrastruktur und Technologien. Wie war es für Sie, zur Schlussphase dieses großen Projekts dazuzustoßen?
Klaus Beekmann: Das ist vor allem eine spannende Situation, aber auch keine ungewohnte Rolle für mich. Ich verfolge den Bau des Klinikums ja schon seit Langem. Ich habe in meiner bisherigen Laufbahn auch schon eine ganze Reihe an Umzügen und Inbetriebnahmen von Krankenhäusern und anderen größeren Gebäuden verantwortet.

Sie konnten also gut einschätzen, was auf Sie zukommt?
Ja, die Herausforderungen rund um solch ein Projekt sind zwar riesig, bereiten mir jetzt aber keine schlaflosen Nächte. Ich schaue natürlich überall ganz genau hin, habe aber auch zu Recht großes Vertrauen in das tolle Projektteam, aus dem jeder Einzelne wahnsinnig viel Energie für diesen Neubau aufgebracht hat – und noch aufbringen wird.

Sie haben durch Ihre Erfahrung mit Bauprojekten gute Vergleichsmöglichkeiten. Wie bewerten Sie daher den Neubau, der hier im Herzen von Bremen entstanden ist?
Wenn man die Pläne studiert, aber vor allem auch über die Stationen geht, sieht man als Fachmann sehr schnell, dass hier etwas richtig Gutes entstanden ist. Ein großartiges Krankenhaus mitten im Herzen Bremens.

Woran machen Sie das fest?
Es gibt hier klare Strukturen. Die Fläche ist optimal genutzt worden. Hier wurde von Anfang an ganzheitlich gedacht. Das hilft nicht nur Patientinnen und Patienten, sondern natürlich auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Es ist alles unter einem Dach, was vorher in vielen verschiedenen Gebäuden verstreut war. Es gibt also beste Voraussetzungen für einen reibungslosen Krankenhausbetrieb. Insgesamt gehen die Vorteile aber weit über die kurzen Wege hinaus.

Inwiefern?
Die medizinische und pflegerische Versorgung befindet sich bereits seit Jahren auf einem sehr hohen Niveau. Der Neubau ermöglicht es uns nun, diese hohe Qualität noch besser zu nutzen und zu vernetzen. Die Zusammenarbeit der Kliniken und medizinischen Zentren kann so viel unmittelbarer stattfinden. Und die baulichen Strukturen passen nun auch zur Qualität der Medizin und Pflege. Es ist alles da, was man von einem modernen Krankenhaus erwartet – und in vielen Bereichen geht das noch deutlich darüber hinaus.

 

“Hier wurde möglichst alles
aus Patienten- und Mitarbeitersicht
betrachtet.”

Geschäftsführer Klaus Beekmann

Was erwartet die Patienten genau auf den Stationen?
Wir haben hier komfortable Zimmer geschaffen mit viel Licht, was auch ein wichtiger Faktor fürs Wohlbefinden und beim Gesundwerden sein kann. Hier wurde möglichst jeder Aspekt aus Mitarbeiter- und Patientensicht betrachtet und überlegt, wie sie sich wohlfühlen und gut zurechtkommen. Auf jeder Station gibt es zum Beispiel einen zentralen Desk als Dreh- und Angelpunkt, dazu einladende Aufenthaltsbereiche und ein klares Leitsystem, das die Patienten- und Besucherströme durch das gesamte Krankenhaus steuert.

Haben Sie weitere Beispiele?
Es gibt viele besondere Details. Die Patientenperspektive haben wir zum Beispiel in der Strahlentherapie ganz wörtlich genommen. Patienten schauen dort während der Behandlungszeit nun nicht mehr an eine graue Decke. Dort haben wir beleuchtete Bilder platziert, die fürAblenkung fürs Auge während des Wartens sorgen. Der Lärmpegel war ebenso Thema. Zum Beispiel haben wir durch gläserne Trennwände etwa auf der Intensivstation gute und zudem schöne Lösungen geschaffen, um Lärm zu mindern.

Wie muss man sich einen Krankenhausumzug vorstellen?
Man sollte sich das tunlichst nicht so vorstellen wie bei einem privaten Umzug. Wir können hier nicht einfach alles in Kisten packen und in den neuen Räumen wieder herauskramen. Das ist deutlich komplexer. Wir ziehen hier bei laufendem Betrieb um. Das heißt: Die Versorgung muss vom ersten Tag funktionieren. Während die alten Stationen noch in Betrieb sind, müssen die neuen bereits voll ausgestattet und funktionsfähig sein.

Wie bereitet man das konkret vor?
Alle unsere 2.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Klinikum Bremen-Mitte werden und wurden mit dem neuen Umfeld vertraut gemacht und geschult. Da ist ein enger Austausch sehr wichtig. Zudem läuft ein Probebetrieb, bevor es richtig ernst wird. Natürlich wird es gerade am Anfang vielleicht noch an der einen oder anderen Stelle nicht ganz glattlaufen. Das ist bei Nebenaspekten aber auch völlig normal und in Ordnung. In erster Linie gilt aber: Es darf kein Risiko für die Patienten geben. Und dafür sind wir gewappnet.

Wie sieht der Zeitplan bis zur vollständigen Inbetriebnahme aus?
Wir gehen in mehreren Stufen in Betrieb. Alles auf einmal – das hätte zu viel Risiko bedeutet. Den Anfang machen die internistischen Disziplinen mit ihren 160 Betten. Danach haben wir eine Stabilisierungsphase, die wir auch brauchen, um eventuell noch hier und da etwas nachzubessern. Wir nutzen diese Zeit aber auch parallel dazu, um den zweiten großen Umzug vorzubereiten. In diesem Schritt sind dann die chirurgischen Disziplinen an der Reihe mit dem großen Zentral-OP, unserem Herzstück, der allein 16 OP-Säle hat. Hinzu kommen Bereiche wie die Intensivstation mit allein 36 Beatmungsplätzen. Im Jahr 2020, wenn dann auch das Eltern-Kind-Zentrum – also die neue große Kinderklinik fertig ist – gehen wir komplett in Betrieb.

 

Die Fragen stellte Timo Sczuplinski.

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