Schulstation unter Corona-Bedingungen

Für 15 Auszubildende der Gesundheit Nord war es eine besondere Etappe auf ihrem Weg in den Pflegeberuf. Fünf Wochen lang hatten sie in der Kinderklinik die Pflege von jungen Patientinnen und Patienten übernommen. Einblick in eine Schulstation unter Corona-Bedingungen.

VON TIMO SCZUPLINSKI (TEXT) UND KERSTIN HASE (FOTOS)

Auf den Zimmern der Station K2 am Klinikum Bremen-Nord werden jeden Tag Säuglinge, Kinder und Teenager versorgt. In den vergangenen fünf Wochen wurde diese Aufgabe von Pflege-Schülerinnen und -Schülern übernommen – mit dem etablierten Team im Hintergrund. Wenn man so will, war die K2 für gut einen Monat also die vermutlich jüngste Krankenhausstation Bremens. Und mit der Corona-Pandemie kam noch eine weitere große Besonderheit hinzu.

„Auch ohne die Pandemie wäre es für uns schon sehr spannend gewesen. Durch Corona war die Schulstation dann noch einmal zusätzlich eine Herausforderung für uns“, sagt Kurssprecherin Annika Menzel. Sie und ihr Kurs seien über die Wochen prima in den normalen Stationsalltag hineingewachsen. Neben dem ohnehin schon großen Spektrum an Erkrankungen, die auf einer Kinderstation wie der K2, behandelt werden, habe auch der besondere Umgang mit den jungen Patientinnen und Patienten eine Rolle gespielt. Denn wenn neben der eigentlichen Erkrankung auch ein Corona-Verdacht bestand, mussten diese Patienten isoliert versorgt werden.

Doch wie funktioniert eine Schulstation überhaupt? Auszubildende im dritten Lehrjahr übernehmen im pflegerischen Bereich auf der kompletten Station das Ruder. Auf diese Weise werden die Pflegeschülerinnen und Schüler auf ihre Arbeit im Stationsalltag vorbereitet. Sie handeln eigenverantwortlich und übernehmen alle Pflegeaufgaben des bisherigen Stationsteams. Im Hintergrund stehen etablierte Kräfte bereit, um zu helfen – oder die Aufgaben zu übernehmen, die Auszubildende noch nicht machen dürfen.

„Die fünf Wochen waren eine unersetzliche Erfahrung für alle“, sagt Annika Menzel. Um die Schulstation unter Corona-Bedingungen überhaupt möglich zu machen, waren einige Vorbereitungen nötig. Denn auch räumlich brauchte der Kurs mehr Platz als eine normale Krankenhausstation. Pro Schicht sind auf solch einer Schulstation insgesamt mehr Personen im Einsatz als in einer üblichen Schicht. Neben den Schülerinnen und Schülern sind zudem auch immer examinierte Pflegekräfte aus dem Stammteam zur Unterstützung im Hintergrund dabei. Außerdem werden die Auszubildenden von Praxisanleiterinnen unterstützt. Es stehen mehr Besprechungen und Reflexionen auf dem Programm. „Da geht ein großes Lob und Dankeschön an die Krankenhausleitung, die uns auch räumlich alles zur Verfügung gestellt hat, um alle Hygiene-Vorgaben gut einhalten zu können und die Schulstation so möglich gemacht hat“, sagt Denise Steinhardt vom Stammpflegeteam der K2. Auch für den Ausbildungskurs hat sie ein großes Lob parat. „Der Kurs hat sich in dieser Zeit wirklich super entwickelt.“

Die Kinderklinik ist eine von rund 60 Kliniken in der Gesundheit Nord, in denen Auszubildende nach ihrem Examen als fest angestellte Pflegerin arbeiten können. Die Möglichkeiten sind riesig, genauso wie die Weiterbildungsmöglichkeiten. In der Gesundheit Nord werden alle Auszubildenden aus der Pflege nach erfolgreichem Abschluss unbefristet übernommen werden. „Wenn die jungen Leute bei uns bleiben möchten, ist das doch das Beste, was uns passieren kann“, sagt Klinikpflegeleitung Michaela Feldmann. Und das sei bei vielen der Fall. Die Übernahmegarantie gebe den Auszubildenden frühzeitig eine Sicherheit, wie es nach der Ausbildung weitergehen könne. Es gebe aber natürlich auch immer einige Schüler, die lieber noch ein Studium dranhängen möchten oder noch ein bisschen Auslandserfahrung sammeln möchten. Im Kurs der Schulstation auf der K2 könnten sich ebenfalls viele Auszubildende sehr gut vorstellen, direkt im Klinikverbund zu bleiben, vielleicht sogar auf der K2. Was jetzt schon feststeht: „Die Zeit hat Lust auf mehr gemacht“, sagt Annika Menzel.

12 Fachberufe, 900 Auszubildende
In der Bildungsakademie, dem Ausbildungszentrum der Gesundheit Nord, werden insgesamt rund 900 Schülerinnen und Schüler in 12 verschiedenen Gesundheitsfachberufen ausgebildet. Der Unterricht läuft u.a. an den Schulen auf dem Gelände des Klinikums Bremen-Mitte und des Klinikums Bremen-Ost, die Praxiseinsätze unter anderem in allen vier Krankenhäusern der Gesundheit Nord. Die Gesundheit Nord ist mit ihrer Bildungsakademie einer der größten Aus-, Fort- und Weiterbildungsbetriebe in der norddeutschen Gesundheitswirtschaft.

 

Mehr zur Ausbildung in der Gesundheit Nord lesen Sie unter www.gesundheitnord.de/ausbildung.

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