Schwerpunkt Parkinson: Prof. Odin verstärkt Klinikum Bremen-Nord

Mit Prof. Per Odin stößt ein international renommierter Parkinson-Experte zum Neurologie-Team im Klinikum Bremen-Nord. Mit ihm werden dort besondere Behandlungsverfahren wie mit der sogenannten Duodopa-Pumpe möglich.

VON TIMO SCZUPLINSKI (TEXT) UND KERSTIN HASE (FOTOS)

Im Oktober wird die Klinik für Neurologie am Klinikum Bremen-Nord drei Jahre alt. Ein Geburtstagsgeschenk hat sich das Team gewissermaßen jetzt schon gemacht. Denn mit Prof. Per Odin verstärkt ein international renommierter Parkinson-Experte das Klinikteam um Chefarzt Dr. Matthias von Mering. Odin leitet seit dem 1. September als Oberarzt die neue Ambulanz für Parkinson und Bewegungsstörungen im Klinikum Bremen-Nord.

„Wir freuen uns riesig, mit Herrn Prof. Odin einen führenden und international gefragten Parkinson-Experten in unserem Krankenhaus willkommen zu heißen. Insbesondere mit unseren Kliniken für Neurologie und Geriatrie haben wir in diesem Bereich in den vergangenen Jahren viel erreicht. Mit Herrn Prof. Odin können wir den Schwerpunkt Parkinson-Behandlungen in unserem Krankenhaus nun weiter ausbauen“, sagt die Geschäftsführende Krankenhausdirektorin Birgit Hilmer.

Der Schwede und langjährige Chefarzt der Neurologie am Klinikum Bremerhaven hat sich in den vergangenen Jahrzehnten nicht nur im Krankenhausbetrieb einen großen Namen gemacht. Bereits seit den späten 1980-er Jahren hatte er die Parkinson-Krankheit und Bewegungsstörungen zu seinen Forschungsschwerpunkten gemacht und hat seit vielen Jahren einen Lehrstuhl für Neurologie an der Universität Lund in Schweden. „Dadurch habe ich einen guten Einblick in die neuesten Entwicklungen der klinischen Neurowissenschaften“, erzählt Odin, der „sehr gespannt“ ist auf seine neue Aufgabe am Klinikum Bremen-Nord.

Was Odin konkret nach Bremen-Nord mitbringt? „Er verfügt über eine riesige Expertise und Erfahrung. Er ist ein großer Gewinn für Bremen-Nord und die gesamte Region“, lobt Chefarzt Dr. Matthias von Mering, der mit dem neuen Arzt bereits in Bremerhaven zusammengearbeitet hat. Mit Odin werden innovative Behandlungsverfahren gegen Parkinson wie der Einsatz der sogenannten Duodopa-Pumpe in dem Bremer Krankenhaus möglich. Über die Pumpe wird dabei ein Gel in den Dünndarm geleitet, das Patienten gerade im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit mit gleichmäßig viel Dopamin versorgt und so die Krankheit besser kontrolliert werden kann. Etwas, was über die übliche Medikamentengabe kaum möglich ist. „In einigen Bereichen wie diesem gehören wir damit künftig zu den erfahrensten Kliniken Deutschlands“, sagt Chefarzt von Mering.

Darüber hinaus bietet der Parkinson-Schwerpunkt im Klinikum Bremen-Nord alle verfügbaren Formen der Parkinsontherapie, einschließlich medizinischer Behandlungen sowie spezialisierter Physio-, Ergo- und Sprachtherapie. Auch für alle anderen Bewegungsstörungen wie zum Beispiel dem Tremor – einer Erkrankung, die zu Zittern führt – bietet die Klinik eine breite Palette moderner Behandlungsverfahren.

Neurologie-Klinik wächst auf 33 Betten

„Durch die enge Zusammenarbeit wie etwa mit der Geriatrie, der Notaufnahme, der Inneren Medizin und der Chirurgie können wir den Patienten hier eine optimale Versorgung in einem Krankenhaus bieten“, sagt Dr. Matthias von Mering. Erweitert wurde das Angebot zudem bereits durch die neue Oberärztin Dr. Karen Fox, die im Bereich Neurogeriatrie und Elektrophysiologie eine zusätzliche Schnittstelle zwischen Geriatrie und Neurologie ist.

Bringt neue Behandlungsverfahren mit nach Bremen: Prof. Per Odin

Die Klinik für Neurologie gibt es seit 2016 am Klinikum Bremen-Nord. Seither ist sie auf zwei Stationen mit insgesamt 33 Betten gewachsen. Neben einer Schlaganfallabteilung gibt es zudem eine Abteilung für Neurophysiologie und eine allgemeine Ambulanz. Neben Schlaganfällen und Bewegungsstörungen werden auch Multiple Sklerose und andere neuroimmunologische Erkrankungen, Epilepsie, Kopfschmerzen, Schwindel und Polyneuropathien behandelt. Das Team in der Abteilung besteht aus zehn Ärzten, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Fachkrankenschwestern und allgemeinen Krankenschwestern.

Neben der Neurologie-Klinik im Klinikum Bremen-Nord gibt es im Klinikverbund unter der Leitung von Chefarzt Prof. Dr. Andreas Kastrup zudem eine große Neurologische Klinik samt Stroke Unit (Schlaganfalleinheit) an den Standorten Klinikum Bremen-Mitte und Klinikum Bremen-Ost.

Wer Prof. Per Odin gleich in Aktion erleben möchte, hat dazu am Mittwoch, 11. September, um 18 Uhr die Gelegenheit. Bei einem Patienteninfoabend wird er sich im Konferenzraum I (Hammersbecker Str. 228, über den Haupteingang Klinikum Bremen-Nord) vorstellen und über die Parkinson-Krankheit referieren. Anmeldungen nimmt Helga Bauer unter 0421 6606 1802 entgegen.

Millionen

Mehr als 6 Millionen Menschen leiden weltweit bereits heute unter dem Morbus Parkinson. Die Tendenz ist gerade auch in Industrienationen steigend. In den vergangenen Jahren hat es große Fortschritte in der
Forschung und Behandlung dieser typischen Alterskrankheit gegeben. Die Entwicklung geht sogar dahin, dass künftig nicht mehr nur die Symptome der Parkinson-Krankheit bekämpft werden können, sondern auch bei den Ursachen angesetzt werden kann.

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