So funktioniert die Kinderchirurgie im neuen Elki

Vom Beinbruch bis zur Fehlbildung: Das Kinderchirurgie-Team ist auf eine besonders große Bandbreite an Operationen spezialisiert. Chefarzt Prof. Lorenz erklärt, worauf es dabei besonders ankommt.

VON TIMO SCZUPLINSKI UND MELANIE WALTER
Video mit kostenloser gemafreier Musik von www.frametraxx.com

Die Liste an Gründen, warum bei einem Kind eine Operation notwendig werden kann, ist lang. Und gerade für Eltern ist sie nicht angenehm zu lesen: Neben Unfällen beim Spielen oder Sport können angeborene Fehlbildungen, Tumorerkrankungen, plötzliche Entzündungen im Brust- oder Bauchraum, verschluckte oder eingeatmete Fremdkörper, Verbrennungen, Verbrühungen oder Erkrankungen im Harnwegsbereich auftreten. Auf all das ist die Klinik für Kinderchirurgie und -urologie eingerichtet und gewährleistet mit ihrem Team eine qualifizierte Versorgung.

„Die Bandbreite an Pathologien ist sehr groß“, sagt Prof. Dr. Christian Lorenz, Chefarzt der Kinderchirurgie und Kinder- urologie. Lorenz kam nach der Ausbildung an der Charité in Berlin über Stationen in Adelaide (Australien) und Mannheim an die Klinik in Bremen-Mitte. In den fast zwei Jahrzehnten, die er die Klinik leitet, hat sich auch das Fach Kinderchirurgie rasant weiterentwickelt. Vieles davon ist in den Klinikalltag eingeflossen und kommt den Patientinnen und Patienten zugute. Minimalinvasive Operationen, kurze Liegezeiten in der Klinik, ambulante Eingriffe oder auch die Vermeidung langwieriger Gipsbehandlungen sind die spürbaren Vorteile dieser Entwicklung.

 

Was immer wichtig ist: „Der Blick in die Augen der Eltern“, sagt Lorenz. Die Eltern seien neben den jungen Patientinnen und Patienten die Hauptansprechpartner und wichtigsten Partner für das Klinikteam. Deshalb sei es umso wichtiger, dass sie den Weg zum Behandlungsziel verstehen und unterstützen.

„Sie erwarten von uns als Klinikteam zu Recht auch eine klare Botschaft, suchen Orientierung und werden alle Zuversicht, die wir haben, mit ihren kranken Kindern teilen“, sagt Lorenz. Die große Erfahrung und die enge Zusammenarbeit des Klinikteams würden dabei helfen, diese hohe Erwartungshaltung erfüllen zu können.

Große Unterschiede macht nicht nur die Art der Erkrankung, Verletzung oder Fehlbildung. Auch die Altersunterschiede und Entwicklungsstadien der Patientinnen und Patienten – vom Säugling bis zum Teenager – sind grundlegend. „Nach einer Fraktur zum Beispiel haben die Knochen eines Säuglings viel mehr Möglichkeiten, sich über das Knochenwachstum zusätzlich zu korrigieren, als es bei einem fast ausgewachsenen jungen Erwachsenen der Fall ist“, erklärt Lorenz. Je nach Alter oder Lokalisation der Frakturen gebe es daher einheitliche Richtlinien, nach denen Kinder versorgt werden.

Spannend und immer wieder herausfordernd sei es zudem, die Patientinnen und Patienten etwa nach der Versorgung einer angeborenen Harnwegs- oder Darmfehlbildung bis zum Übergang in die Erwachsenenmedizin begleiten zu können. So werden Case-Managerinnen der Klinik für Kinderchirurgie und Kinderurologie für Familien oft über viele Jahre zu besonderen, immer erreichbaren Vertrauenspersonen. Diese gute Anbindung sei laut Lorenz immens wichtig. Das zähle insbesondere auch für die Behandlung von seltenen Erkrankungen, auf die die Klinik spezialisiert und dazu in nationalen und europäischen Netzwerken vertreten ist.

Rückblick: So lief der Einzug

Drei ganz kleine und zwei sehr junge Patientinnen und Patienten waren die ersten, die die neue Station 1 im Eltern-Kind-Zentrum Prof. Hess bezogen haben. Dabei waren die kinderchirurgischen Patienten Jakub und Henri. Der einjährige Jakub freute sich über das Geschenk vom Pflegeteam Jana Schäfer und Christiane Heise, den Kuschelhund Fiete. Baby Henri zog mit Mutter Monique Ahlers um, begleitet wurden sie von Marcel Colter und Axel Ebbecke von den Johannitern Ortsverband Delmenhorst und Kinderkrankenpflegeschülerin Melissa Meinusch.

Alle fünf Kinder sind kinderchirurgische Patienten und in der Klinik für Kinderchirurgie und Kinderurologie mit Mama oder Papa aufgenommen. Mama Zuzanna Klaudia Hutek und Sohn Jakub verbrachten noch etwas Zeit auf der alten Station 3, ehe es in den Neubau ging. Jana Schäfer und Christiane Heise vom Pflegeteam überreichten dem Einjährigen zum Abschied Fiete, den Kuschelhund, der überall im Neubau zu entdecken ist.

 

Eltern-Kind-Zentrum Prof. Hess
Klinikum Bremen-Mitte
St.-Jürgen-Straße 1 | 28205 Bremen

Empfang – Fon 0421 497-71005/71006
Kindernotaufnahme – Fon 0421497-76080
KV-Notfallambulanz –  Fon 0421 497-76050

 

Hier geht es direkt zur Seite des Eltern-Kind-Zentrums Prof. Hess

Aufwachraum speziell für Kinder

Der Kinder-OP ist in den großen Zentral-OP mit seinen insgesamt 16 Sälen des Klinikums Bremen-Mitte integriert. Mindestens zwei OP-Säle stehen dort rund um die Uhr für Eingriffe bei Kindern und Jugendlichen zur Verfügung. Diese Zahl kann flexibel je nach Bedarf angepasst werden. Zudem gibt es eine eigene Holding-Area. Dabei handelt es sich um Räume, in denen Patientinnen und Patienten auf die Operation vorbereitet werden und in denen sie nach der OP aus der Narkose erwachen. Das passiert komplett getrennt vom Erwachsenenbereich in einer geschützten Atmosphäre.

Thermische Verletzungen

Als von der Deutschen Gesellschaft für Verbrennungsme- dizin qualifizierte Klinik versorgt und begleitet die Bremer Kinderchirurgie auch Kinder mit thermischen Verletzun- gen. Mit Verbrühungen, Verbrennungen oder Verätzungen werden jährlich zwischen 80 und 100 Kinder und Jugendli- che in der Klinik vorgestellt. Neben der Akutversorgung und einer oftmals nötigen Operation gehört auch eine genaue und regelmäßige Nachbetreuung der Patientinnen und Patienten dazu.

Komplexe Fälle

Auch besonders komplexe Fälle, bei denen gleich mehrere Eingriffe aus verschiedenen Gründen nötig werden, können in der Kinderchirurgie gebündelt behandelt werden. 5 bis 10 Prozent der Fälle in der Kinderchirurgie sind so speziell, dass andere chirurgische Disziplinen des Klinikums hinzugezogen werden müssen, darunter aus den Fachge- bieten HNO, Augenheilkunde, plastisch-rekonstruktive Chirurgie oder Neurochirurgie. Je nach Alter, Körpergröße und Komplexität von Erkrankungen oder Verletzungen kann es mitunter auch Sinn ergeben, dass Patientinnen und Pati- enten in erster Linie von der Erwachsenen-Chirurgie versorgt werden, selbst wenn sie sonst noch von einer Kinderärztin oder einem Kinderarzt betreut werden.

Behandlung von Blutschwämmchen

Für die Behandlung von Hämangiomen – sogenannten Blutschwämmchen – oder anderen oberflächlichen Gefäßmal- formationen gibt es im Elki eine Spezialsprechstunde unter der Leitung von Oberärztin Aicha Charimo-Torrente. Bei der Therapie kommen neben Medikamenten, spezieller Kompres- sionskleidung oder der Interventions-Radiologie auch neueste Generationen von Lasern zum Einsatz. Welche Therapieform zum Einsatz kommt, wird in regelmäßigen Konferenzen des interdisziplinären Zentrums für Gefäßanomalien zusammen mit Radiologen, Dermatologen und Gefäßchirurgen des Klini- kums besprochen.

  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Informationen zum Datenschutz finden Sie unter: https://gesundmalvier.de/impressum/

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen