Vom Examen zur Stationsleitung in weniger als einem Jahr

Eigentlich hatte Rebecca Schönberg gar nicht vor, in der Pflege zu arbeiten. Doch es kam anders. Heute ist die 24-Jährige aus dem ostfriesischen Leer eine der jüngsten Stationsleiterinnen der Gesundheit Nord.

VON TIMO SCZUPLINSKI (TEXT) UND KERSTIN HASE (FOTOS)

„Die Geschichte ist ganz schnell erzählt“, findet Rebecca Schönberg. Sie meint damit ihren Weg zur Stationsleiterin in der Chirurgie des Klinikums Bremen-Ost. Aus der angeblich schnellen Geschichte wird dann doch ein knapp einstündiges, kurzweiliges Gespräch mit einer jungen Frau, die im Alter von 19 Jahren eine Stelle für ein Freiwilliges Soziales Jahr sucht und fünf Jahre später eine der jüngsten Stationspflegleiterinnen der Gesundheit Nord.

„Eigentlich wollte ich gar nicht Krankenschwester werden“, sagt Rebecca Schönberg. Das Thema Psychiatrie interessiert sie damals eher im Allgemeinen. Genau für diesen Bereich sucht sie kurz nach ihrem Abitur einen FSJ-Platz. Bewerbungen für Hannover, Bremen und Hamburg laufen. Die damals 19-jährige Rebecca Schönberg möchte den Schritt raus aus ihrer ostfriesischen Heimat in Leer wagen.

In Bremen bekommt sie einen Platz am Klinikum Bremen-Ost vermittelt. Die erste Zusage, die sie gleich annimmt. Und eine Entscheidung, mit der ihre Krankenhaus-Karriere erst so richtig beginnt. Während ihres freiwilligen Jahres merkt Rebecca Schönberg immer mehr, dass das Thema Pflege sie reizt. Die enge Zusammenarbeit mit Menschen, sie beim Gesundwerden entscheidend unterstützen zu können, das gefällt ihr. Sie bleibt im Klinikverbund Gesundheit Nord, macht dort eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin.

„Während der Ausbildung habe ich mir schon Gedanken gemacht und auch zugetraut, mal im Leitungsbereich zu landen“, sagt die heute 24-Jährige. Wie schnell das gehen soll, ahnt sie damals noch nicht. 2019 macht sie erstmal ihr Examen, kein Jahr später – im Dezember 2019 – leitet Rebecca Schönberg schon die Station 101 im Klinikum Bremen-Ost. Eine Station, auf der Patientinnen und Patienten vor und nach operativen Eingriffen versorgt werden. Die Stelle wurde durch Zufall frei, eine Kollegin hatte zwei Stationen geleitet, gab eine davon ab. „Da wurde ich gefragt. Und es wäre ja dumm gewesen, das abzulehnen“, sagt Rebecca Schönberg.

Sie wächst schnell in die neue Rolle hinein. Ihr Alter – das merkt man auf Station im Gespräch mit ihren Kollegen – spielt im Team der 101 keine Rolle, auch wenn einige von ihnen mehr Erfahrung haben als Rebecca Schönberg. Doch die Ostfriesin strahlt Gelassenheit aus, muss ihre Führungsrolle nicht spielen, ihre Art mit den Kollegen zu sprechen wirkt natürlich, nicht gekünstelt.

„Wir haben hier eine richtig gute Mischung aus vielen jungen aber auch erfahrenen Kolleginnen und Kollegen“, sagt die junge Stationsleiterin. Das Stationsteam ist selbst noch ziemlich neu. Anfang 2019 beginnt es seine Arbeit, nachdem die Entscheidung gefallen war, die Allgemein- und Viszeralchirurgie im Klinikum Bremen-Ost zu etablieren. „Das war kein leichter Anfang damals, alles war noch im Aufbau“, sagt Rebecca Schönberg. Das Team kam aus unterschiedlichen Fachbereichen und Nationen (deutsch, polnisch, russisch, afrikanisch), muss erst einmal zusammenwachsen. Vielleicht so wie der Knochen eines gerade operierten Patienten, wenn man im Bild der Chirurgie-Station bleiben möchte.

Was Rebecca Schönberg auf ihrer Station von Beginn beeindruckend findet, ist, „dass Pflege und Medizin hier auf Augenhöhe miteinander arbeiten. Das ist schon etwas Besonders und findet man nicht so häufig“, sagt sie. Erfüllend findet sie zudem die Arbeit mit den Patienten. „Es ist schön, den Fortschritt, den die Patienten nach einer OP machen, direkt mitzuerleben. Er wird hier schnell sichtbar“, sagt sie. Zudem sei das Aufgabenfeld total breit gefächert. Diagnostik, Wundversorgung, Drainagen und vieles mehr gehören jeden Tag dazu. „Man kann hier vieles bewirken“, sagt Rebecca Schönberg.

Mit ihrem Team hat sie noch viel vor, jetzt, wo man so richtig eingespielt ist, sich kennt und miteinander harmoniert. Und persönlich? Da hat sich in fünf Jahren ganz schön viel getan für Rebecca Schönberg. Von der FSJlerin zur Stationsleitung – von wegen eine schnell erzählte Geschichte.

 

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