Operiermenschen und beatmete Teddys

Wer arbeitet im OP? Na klar, Operiermenschen. Und eine Bleischürze kann mindestens so cool sein wie eine Ritterrüstung. Fest steht: Die Schüler der Grundschule Borgfelder Saatland hatten nach dem Besuch in der Kinderchirurgie am Klinikum Bremen-Mitte viel zu erzählen.

VON STEFANIE BECKRÖGE

Oberarzt Christian Undeutsch sieht in die Runde. 22 Erst-und Zweitklässler aus der Grundschule Borgfelder Saatland sehen ihn erwartungsvoll an. Sie sind an diesem Vormittag mit ihrer Lehrerin in die Kinderchirurgie am Klinikum Bremen-Mitte gekommen, „um zu sehen, was die hier so machen“, wie ein Junge erklärt. „Wer arbeitet denn hier in der Kinderchirurgie?“, fragt Christian Undeutsch und die Antwort kommt prompt: „Operiermenschen“.Undeutsch schmunzelt. „Stimmt – hier in der Kinderchirurgie operieren wir Kinder. Die, die das machen heißen Chirurgen. Aber das ist ein schwieriges Wort.“ Dann die nächste Frage: „Wie kommt denn ein Kind hierher, das sich verletzt hat?“ Finger schießen in die Höhe. Einen Rettungswagen kennen alle. Nach der kurzen Fragerunde folgen die Mädchen und Jungen dem Oberarzt in die Notaufnahme der Kinderchirurgie. Dort lernen sie, was die Ärztinnen und Ärzte machen, wenn ein verletztes Kind gebracht wird. Undeutsch erklärt das Röntgengerät und lässt die Kinder die schweren Bleischürzen anprobieren.

„Wie eine Ritterrüstung – cool“, ist zu hören. Dann wird drei Kindern ein echter Gipsverband angelegt. „Wir arbeiten hier gerne mit Matschepampe“, sagt Undeutsch lachend, während er den zähflüssigen Gips verstreicht und erklärt, warum ein Knochen so besser heilen kann. Anschließend zeigt er den Kindern noch einen speziellen Kleber, mit dem die Ärzte kleinere Platzwunden kleben können. „Toll, ein lila Kinderkleber“, ruft ein Mädchen begeistert.
Die nächste Station des Krankenhaus-Vormittags ist der Warteraum der Kinderchirurgie, den Undeutsch und seine zwei Helfer eigens in einen „Schulungsraum für angehende Chirurgen“ umgewandelt haben. An einer Station steht ein Ultraschall-Gerät, an einer anderen können die Kinder chirurgisches Nähen lernen, Stofftiere verbinden und einen speziellen Teddy operieren und beatmen. In OP-Kitteln mit Mundschutz, Haube und Handschuhen suchen die kleinen Operateure nach Süßigkeiten zwischen Teddys „Organen“.

Dabei erklärt PJ-Student Jonas Berweck ganz nebenbei alles zu Herz und Niere, Magen und Darm. „Ziel solcher Vormittage ist es vor allem, den Kindern die Angst vorm Krankenhaus zu nehmen“, sagt Christian Undeutsch. Je besser sie Bescheid wüssten, umso weniger Angst hätten sie auch im Ernstfall. Aber auch wenn es Christian Undeutsch und seinen Kolleginnen und Kollegen ein wichtiges Anliegen ist, Kindern die Klinik zu zeigen – mehr als vier Termine im Jahr kann er nicht organisieren.

Am Ende dürfen alle kleinen Chirurginnen und Chirurgen OP-Haube und Mundschutz mitnehmen – und dazu als Erinnerung einen kleinen Gips vom eigenen Finger. Die Kinder sind sich einig: Das war ein spannender Vormittag!

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