Warum Stress auf den Magen schlägt

Was haben Magen und Darm mit Stress zu tun? Wieso spricht man davon, dass Stress auf den Magen schlägt? Was bei zunehmender Anspannung im Körper passiert, erklärt der Chefarzt der Klinik für Psychosomatik.

VON STEFANIE BECKRÖGE

Durch ständige Anspannung der Muskeln unter Dauerstress entstehen Verspannungen, die Rückenleiden und Kopfschmerzen auslösen können. Unter dem Druck der angespannten Kiefermuskeln leiden Nacken und Zähne. So weit so nachvollziehbar. Aber was haben Magen und Darm mit Stress zu tun? Warum bekommen vielen Menschen Magengeschwüre? „Körperregionen, die in der Stresssituation nicht gebraucht werden, aber viel Energie verbrauchen, wie beispielsweise der Magen-Darm-Trakt, passiert bei akutem Stress erst mal nur noch wenig“, sagt Dr. Dr. Peter Bagus,

Bei anhaltendem Stress können Magen und Darm träge werden, die Magenschleimhaut wird schlecht durchblutet und so durchlässiger für die aggressive Magensäure.

Chefarzt der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Klinikum Bremen-Ost. Das Blut wird an anderer Stelle gebraucht. Erst wenn die Anspannung vorüber ist, meldet sich der Magen wieder – mit Hunger. Bleibt die Anspannung, können Magen und Darm träge werden, die Magenschleimhaut wird schlecht durchblutet und so durchlässiger für die aggressive Magensäure. „Die Darmwand wiederum kann ebenfalls poröser und so anfälliger werden“, erklärt Bagus. Grundsätzlich kann jedes Organ und jede Körperregion vom Stress in Mitleidenschaft gezogen werden – von den Augen bis zu den Füßen. In der Klinik für Psychosomatik lernen Betroffene, mit Stress anders umzugehen – und besser auf sich zu achten.

Wenn die Hormone verrückt spielen

Stecken wir in einer akuten Stress-Situation, 
produziert die Nebennierenrinde verstärkt die Hormone Adrenalin und Cortisol. Beide zusammen treiben Blutdruck und Herzschlag in die Höhe. Die Leber liefert Glukose als Energie für die Nervenzellen, Hunger und Müdigkeit werden ausgeschaltet. Wird der Stress zum Dauerzustand, ist das Hormongleichgewicht massiv gestört. Wir merken es an Magenbeschwerden 
und Schlafstörungen.

Um das Gleichgewicht der Hormone wieder herzustellen, müssen Betroffene nicht unbedingt Medikamente nehmen. Meditations-und Entspannungstechniken oder eine Psychotherapie können nachweislich helfen. Mit der Beruhigung lässt sich der Hormonhaushalt wieder stabilisieren. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Stress Ihre Gesundheit beeinträchtigt, sprechen Sie am besten mit Ihrem Hausarzt darüber.

Dr. Dr. Peter Bagus

Die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie berät Sie gerne. Lassen Sie sich eine Überweisung vom Haus- oder Facharzt geben und vereinbaren Sie einen Termin unter der Telefonnummer 0421 408 2102.

Den Internetauftritt der Klinik finden Sie hier.

Das Zentrum für Psychosoziale Medizin am Klinikum Bremen-Ost finden Sie hier.

Mehr zum Thema Stress lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der gesund mal vier. Sie finden Sie in Bremer Apotheken, Arztpraxen und natürlich in unseren vier Krankenhäusern. Als PDF-Datei können Sie sich die komplette Ausgabe hier herunterladen.

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