Was macht eigentlich der Sozialdienst am Krankenhaus?

Der Übergang von der Klinik in die eigenen vier Wände oder in die Reha ist eine heikle Zeit. Viele organisatorische Fragen kommen da auf. Und gerade ältere Menschen brauchen da Unterstützung. Genau dann kommt der Sozialdienst ins Spiel.

VON STEFANIE BECKRÖGE

Natürlich möchte jede Patientin und jeder Patient geheilt und wieder fit aus dem Krankenhaus entlassen werden. Und oft ist das auch so. Bei einigen Erkrankungen aber ist der Weg zur Heilung länger als der stationäre Aufenthalt. Dann können auf einmal Fragen im Raum stehen, über die man als Gesunder nie nachgedacht hat. Zum Beispiel Fragen zu Reha-Maßnahmen, zu Unterstützungsmöglichkeiten zuhause, wenn noch nicht alle Haushaltsarbeiten selbst erledigt werden können oder auch zur Pflegeversicherung, zum Schwerbehindertenrecht oder zu Lohnfortzahlungen. Und dann? „Kein Grund zur Sorge“, sagt Alexandra Lütjen, Leiterin des Sozialdienstes am Klinikum Bremen-Nord. Denn für solche Fälle gibt es den Sozialdienst. An allen vier Häusern des Klinikverbundes Gesundheit Nord betreut –neben Ärzten, Pflegern, Therapeuten und Seelsorgern –auch ein Team des Sozialdienstes die Patienten auf den Stationen.

Der Sozialdienst ist für einen wesentlichen Teil des Entlassungsmanagements zuständig. Denn der Übergang vom Krankenhaus nach Hause oder in die Reha ist eine heikle Zeit. „Gerade ältere Menschen brauchen da Unterstützung“, sagt Alexandra Lütjen. Die Mitarbeiterinnen aus ihrem Team klären mit Patienten, Angehörigen oder Bezugspersonen zunächst die persönliche Situation. Welche Maßnahmen sind zu ergreifen? Wie sieht die Prognose aus? Muss eine Pflegestufe beantragt werden? Ein Heimplatz? Welche finanziellen Ressourcen gibt es? Dann erarbeiten sie ganz individuell Lösungen für die Zeit nach der Entlassung. Ob die Versorgung zuhause mit ambulantem Pflegedienst und „Essen auf Rädern“organisiert werden muss oder der Reha-Aufenthalt, ob psychosoziale Betreuung stattfinden soll oder ein Pflegeplatz in der Kurzzeitpflege gefunden werden muss –all diese Aufgaben übernimmt der Sozialdienst. Dazu arbeitet das Team eng mit den behandelnden Ärzten und Pflegenden zusammen, außerdem auch mit Rehakliniken, Pflegezentren, Pflegediensten, niedergelassenen Ärzten und Selbsthilfegruppen. „Die Entlassungsplanung beginnt aber schon mit der Aufnahme des Patienten“, erklärt Alexandra Lütjen. Einen Tag vor der Entlassung mit der Suche nach einem Heimplatz anzufangen –das kann nicht funktionieren. Neben der ärztlichen Anamnese wird für die Patienten, die den Sozialdienst benötigen, eine Sozialanamnese erhoben und die Patienten werden begleitet.

Zu fünft berät der Sozialdienst am Klinikum Bremen-Nord etwa 300 Patienten im Monat. Praktisch alle Patienten der Geriatrie zählen dazu, denn dort ist der Sozialdienst im Behandlungskonzept verankert. Aber auch in anderen Kliniken, wie der Inneren Medizin, wird das Team hinzugezogen.

Lütjen selbst ist außerdem für die Kinder- und die Frauenklinik zuständig. Meist geht es um Kindeswohlgefährdung oder um Informationen über Haushaltshilfen, wenn Mütter krank sind. „Bei schwerwiegenden sozialen Problemlagen und Kindeswohlgefährdung kooperieren wir eng mit Ärzten, Pflege und unserer Psychologin.“Auch mit den zuständigen Jugendämtern arbeitet der Sozialdienst eng zusammen.

Alexandra Lütjen hat die Ausbildung zur Kinderkrankenschwester in Celle absolviert und arbeitete schließlich in Rotenburg/Wümme und der Region Hannover. In Hildesheim studierte sie Soziale Arbeit  und absolvierte berufsbegleitend den Master (M.A.). Seit 2008 arbeitete sie im Sozialdienst des Klinikum Links der Weser in Bremen, bevor sie vor drei Jahren aus privaten Gründen ans Klinikum Bremen-Nord wechselte.

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