Wie funktioniert der Springerpool in der Pflege?

Fest angestellt sein und Arbeitszeiten trotzdem selbst bestimmen. Der zentrale Springerpool bietet Fachpflegekräften eine besondere Möglichkeit zu einem verlässlichen Dienstplan und einem abwechslungsreichen Aufgabengebiet. Eine Springerin gibt einen Einblick.

VON STEFANIE BECKRÖGE
Dienstbesprechung in kleiner Runde. Der Leiter des Zentralen Springerpools, Ralph Schumacher, im Gespräch mit einigen seiner Springkräfte. (Foto: Michael Bahlo)

Anke Segelhorst aus Scharmbeckstotel hat einen fünf Jahre alten Sohn. Vollzeit oder in Schichtdiensten arbeiten möchte die ausgebildete Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin nicht. Seit dem Frühsommer ist sie deshalb im zentralen Springerpool der Gesundheit Nord beschäftigt. Die Springer des Pools sind immer dort in den vier Krankenhäusern der Gesundheit Nord im Einsatz, wo es personelle Engpässe gibt und sie gebraucht werden. „So zufrieden wie hier war ich mit meiner Arbeit lange nicht“, sagt Anke Segelhorst. Der Grund – die 35-Jährige ist fest angestellt, bestimmt aber die Arbeitszeiten selbst. Sie gibt an, an welchen Tagen sie Zeit hat und wie viele Stunden sie in der Woche arbeiten möchte.

„So habe ich bei der Dienstplangestaltung die volle Freiheit“, sagt sie. Außerdem bekomme sie auch dann flexibel ihren Wunschurlaub, wenn beispielsweise der Kindergarten Ferien hat – egal wie viele Mitarbeiter des Springerpools zum gleichen Zeitpunkt Urlaub haben. Und sie könne selbst entscheiden, ob und an welchen Wochenenden oder Feiertagen sie arbeiten möchte. Für Anke Segelhorst ein riesiger Vorteil bei der Koordination von Beruf und Familie. Aber ständig woanders arbeiten?

„Wir springen nicht etwa tagtäglich auf verschiedenen Stationen in verschiedenen Häusern ein“, sagt Segelhorst. Sie hat die Erfahrung gemacht, dass bei der Einsatzplanung Kontinuität,
Erfahrung, persönliche Wünsche, Qualifikation und Wohnort zum größtmöglichen Anteil mitberücksichtigt werden. Eine Garantie dafür gibt es zwar nicht, aber aus diesem Grund kommt zur normalen
Vergütung nach Tarif noch eine zusätzliche Pauschale für die Flexibilität dazu. Von den Stationen fühle sie sich sehr offen aufgenommen und wertgeschätzt.

Anke Segelhorst

Und durch die gemeinsamen Dienstbesprechungen mit allen Springern gehöre man schließlich auch zu einem festen Team und profitiere vom Austausch, so Segelhorst. Die positiven Erfahrungen der Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin freuen den Leiter des zentralen Springerpools, Ralph Schumacher. „Die Arbeit im Springerpool ist ideal für Beschäftigte, die nach einer längeren Pause – beispielsweise durch Elternzeit oder Sonderurlaub – mit reduzierter Arbeitszeit wieder einsteigen wollen“, sagt er. Grundsätzlich sei aber jedes Arbeitszeitmodell möglich: „Ob Vollzeitstelle oder nur einige Stunden pro Woche, ob nur vormittags, nur an bestimmten Tagen in der Woche – wir freuen uns über jede Verstärkung“, so Schumacher.

 

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