Wie gut lässt sich Darmkrebs im hohen Alter behandeln?

Darmkrebs tritt in hohem Alter häufig auf, ist aber auch dann gut behandelbar. Das zeigt die Geschichte der Bremerin Eleonore Meyer zum Darmkrebsmonat März. Entscheidend ist, das der Tumor rechtzeitig erkennt wird.

VON STEFANIE BECKRÖGE

Mitte vergangenen Jahres werden die Hämorrhoiden-Beschwerden immer schlimmer, die Eleonore Meyer schon seit Jahren plagen. Ihr Hausarzt schickt die 81-jährige Bremerin daher zur Darmspiegelung. Die Diagnose: Darmkarzinom. Im zertifizierten Krebszentrum des Klinikums Bremen-Mitte unter der Leitung von Prof. Hueseyin Bektas und Prof. Johann Ockenga kann Eleonore Meyer erfolgreich behandelt werden.

„Die Diagnose war natürlich erstmal ein Schock“, erzählt Meyer rückblickend, damals aber habe sie sich gesagt: „Nur nicht in Panik geraten. Da musst du jetzt durch“. Und sie hat Glück im Unglück. Der Krebs hatte noch nicht gestreut. Eine Woche vor und zwei Wochen nach der Operation verbringt sie im Klinikum Bremen-Mitte. Sie übersteht die Operation gut und ist nun auch bald mit der anschließenden Chemotherapie in Tablettenform durch. „Mir geht es gut. Ich habe keine großen Beschwerden“, sagt sie fröhlich. Sie sei dem Team dankbar, dass sie so gut umsorgt und behandelt hätte. Und das mitten in der Corona-Zeit.

„Darmkrebs ist in jedem Alter gut behandelbar, wenn er rechtzeitig erkannt wird“, sagt Onko-Chirurgin und Bereichsleiterin des Bremer Enddarmzentrums/Koloproktologie, Privatdozentin Dr. Gabriele Böhm, die auch Eleonore Meyer behandelt hat. Ihr dringender Rat lautet: „Alle Personen ab 50 Jahren sollten unbedingt die von den Krankenkassen bezahlten Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch zu nehmen. Auch in Pandemie-Zeiten!“ Böhm und ihre Kolleginnen und Kollegen mussten feststellen, dass viele Krebspatienten seit Beginn der Pandemie Vorsorgeuntersuchungen aufschöben und dann erst sehr spät zur Therapie ins Krankenhaus kämen. Das könne gravierende Folgen haben. Dabei könne die  Darmspiegelung Polypen früh erkennen und entfernen, bevor sie in Krebs übergingen, so Böhm.

Privatdozentin Dr. Gabriele Böhm leitet das Bremer Enddarmzentrum.

Da Bei der Operation wird Meyer der Mastdarm entfernt und ein künstlicher Darmausgang angelegt. Für viele Betroffene der nächste Schock. Nicht so für sie. Damit komme sie gut zurecht, sagt sie, das sei für sie kein Problem und hindere sie auch nicht daran, raus zu gehen und aktiv zu sein. „Tatsächlich benötigt eine Darmteilentfernung selten einen dauerhaften künstlichen Darmausgang. Dies trifft zu für sehr tiefe und fortgeschrittene Tumore im Mastdarm zu“, erklärt Böhm.

Ein großer Vorteil für die Darmkrebschirurgie im Darmkrebszentrum sei, dass heute fast alle Betroffenen eine Schlüssellochoperation als minimalinvasive Variante angeboten werden könne. „Dies ist nach der Operation kaum schmerzhaft für die Patienten und ermöglicht eine viel raschere Genesung“, so Böhm.

So war es auch bei Eleonore Meyer. Die allein lebende Rentnerin verzichtet bereits drei Tage nach der Operation auf Schmerzmittel, isst und steht aus dem Bett auf. Das Behandlerteam lobt sie für ihre positive Einstellung. „Ich wollte da durch und schaffe das auch“, so Meyer. Zuversicht sei für sie das Wichtigste. Das wolle sie auch anderen Betroffenen gerne mit auf den Weg geben: „Keine Angst haben, die Behandlung sofort in Angriff nehmen und auf die eigene Seele achten“. So lautet Eleonore Meyers Credo. Und jetzt freut sie sich erstmal auf den Frühling und die anstehende Gartenarbeit.

 

Hier geht es direkt zum Viszeralokologischen Zentrum am Klinikum Bremen-Mitte

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