Zwei Engel für Bremen-Nord

Anja-Helene Mehwald-Hoffmann verstärkt das Team der Bremer Engel / Unterstützung für junge Patientinnen und Patienten daheim.

VON MELANIE WALTER (TEXT) UND KERSTIN HASE (FOTOS)

Ein Engel kommt ins Haus geflattert – das ist besonders in der Weihnachtszeit eine schöne Vorstellung. Wenn die Engel auch sonst im Jahr unterwegs sind und Gutes tun, ist es umso schöner. Für die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Klinikum Bremen-Nord sind jetzt zwei Bremer Engel unterwegs und besuchen junge Patientinnen und Patienten direkt zuhause.

Anja-Helene Mehwald-Hoffmann ist Diplom-Psychologin und seit Juni in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Klinikum Bremen-Nord beschäftigt. Wenn sie nicht ihre Zeit mit jungen Diabetespatientinnen und -patienten auf Station verbringt, fährt sie als Bremer Engel zu Patienten nach Hause. So erspart Mehwald-Hoffmann Familien die Fahrt in die Klinik, es ist das Konzept der Brückenpflege Bremer Engel.

Die 53-Jährige hat auch eine berufsbegleitende systemische Ausbildung in Familienstabilisierungsmanagement absolviert – und ist kein ganzes neues Gesicht im Klinikum: Bis 1991 absolvierte sie die Ausbildung zur Krankenschwester, neben dem Psychologie-Studium jobbte sie auf Station. „Kinder und Jugendliche mit Diabetes haben es nicht leicht und ich habe große Achtung vor ihnen, weil ich weiß, wie viel Disziplin es Tag für Tag erfordert, eine gute Stoffwechseleinstellung zu erreichen“, sagt Anja-Helene Mehwald-Hoffmann.

Sie ergänzt das Team um Chefarzt Gunter Simic-Schleicher und ist neben der Diabetesberaterin Beate Krone der zweite Bremer Engel in Bremen-Nord. „Dass sie Patienten und deren Familien psychosozial begleitet, ist dringend notwendig“, sagt Chefarzt Dr. Gunter Simic-Schleicher. „Für unsere Patientinnen und Patienten ist das ein großer Gewinn und für mich macht es meinen Beruf als Psychologin noch attraktiver, sagt Mehwald-Hoffmann. Im häuslichen Umfeld, erzählt die 53-Jährige, sendeten chronisch kranke Kinder oder Jugendliche noch einmal ganz andere Signale. „Auch erreiche ich diejenigen, denen es zum Beispiel wegen einer depressiven Phase nicht möglich ist, zu uns auf Station zu kommen“, sagt Anja-Helene Mehwald-Hoffmann.

Mobile Familienhilfe

Bremer Engel ist eine mobile Familienhilfe für schwerstkranke Kinder und ihre Angehörigen. Die Engel sind acht speziell ausgebildete Kinderkrankenschwestern, eine Psychologin und eine Kunsttherapeutin, die die fachlichen und menschlichen Voraussetzungen dafür schaffen, dass schwerstkranke Kinder wesentlich schneller aus der Klinik in ihr familiäres Umfeld entlassen werden können. Damit wird der Heilungsprozess unterstützt oder es zumindest ein bisschen einfacher gemacht, ein schweres Leiden zu ertragen. Gleichzeitig wird den Eltern und Geschwistern geholfen, indem auch soziale und psychologische Unterstützung geboten wird. Entscheidend ist, dass es die gleichen Schwestern sind, die das betroffene Kind sowohl in der Klinik als auch zuhause betreuen. Mehr darüber erfährt man auch unter

 

www.bremer-engel.de.

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