“Es muss Kinderärzte geben, die sich mit allem auskennen”

In der Kinder- und Jugendmedizin gibt es eine immer stärkere Spezialisierung. “Das ist auch gut so”, sagt der Bremer Kinderarzt Prof. Hans-Iko Huppertz. Doch müsse es auch Kinderärzte geben, “die sich mit allem auskennen”. Es gebe bundesweit viele Beispiele, bei denen Familien keinen Termin bei einem allgemeinen Kinderarzt finden.

VON TIMO SCZUPLINSKI

Die Gesundheit der Kinder steht in dieser Woche in einem ganz besonderen Fokus. Kinderärzte aus dem gesamten norddeutschen Raum treffen sich am 13. und 14. April im Congress Centrum Bremen zur 67. Jahrestagung der Norddeutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Ein Thema wird die Bedeutung des allgemeinen Kin-derarztes sein.

Denn seit vielen Jahren spezialisiert sich auch die Kinder- und Jugendmedizin immer stärker auf einzelne Fachgebiete. „Es gibt Herzspezialisten oder Gastroenterologen extra für Kinder. Und diese Spezialisierung ist auch gut. Doch es muss – egal ob im niedergelassenen Bereich oder im Kinderkrankenhaus – weiterhin Kinderärzte geben, die sich mit allem auskennen“, fordert Prof. Dr. Hans-Iko Huppertz. Das allerdings sei nicht mehr so selbstverständlich wie noch vor wenigen Jahren. Es gebe bundesweit viele Beispiele, bei denen Familien keinen Termin bei einem allgemeinen Kinderarzt finden.

„Wer ein Kind gesund machen möchte, muss es in seiner Gesamtheit sehen“

Huppertz ist Direktor der Prof.-Hess-Kinderklinik am Klinikum Bremen-Mitte und leitet den anstehenden Kinderärzte-Kongress als Tagungspräsident. Er unterstreicht, was seiner Meinung nicht zu kurz kommen darf: „Wer ein Kind gesund machen möchte, muss den jungen Patienten immer in seiner Gesamtheit sehen“, sagt Huppertz. Das sei bei Kindern bedeutsamer als bei erwachsenen Patienten.

Als Beispiel nennt er die Bauchschmerzen als typische Beschwerde bei Kindern. „Da genügt es nicht, nur den Bauch in den Blick zu nehmen. Man muss den gesamten Gesundheitszustand eines Kindes betrachten, seine Familie und die sozialen Bezüge und auch mögliche psychi-sche Ursachen erkennen können.“

Prof. Dr. Hans-Iko Huppertz ist aktuell Generalsekretär der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin und vertritt somit die Interessen der deutschen Kinderärzte.

Durch die Fusion der kinder- und jugendmedizinischen Kliniken am Standort Bremen-Mitte mit der Kinderklinik des Standortes Links der Weser wird die Gesamtheit der Kinder- und Jugendmedizin einschließlich Kinderchirurgie in Bremen künftig im Eltern-Kind-Zentrum angeboten. Alle Bereiche der Kinder- und Jugendmedizin werden auch auf dem Kongress in Bremen in Form von Symposien und Workshops dargestellt. Die Norddeutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin möchte Kinderärztinnen und Kinderärzte aus allen Bereichen zusammenführen, niedergelassene Kollegen, Krankenhausärzte und Kinderärzte im öffentlichen Gesundheitswesen. Der Kongress findet zum 6. Mal in Bremen statt, zuletzt vor 19 Jahren, damals ausgerichtet von der Kinderklinik Links der Weser.

Mit Prof. Dr. Hans-Iko Huppertz vertritt aktuell ein Bremer als Generalsekretär der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ) die Interessen der Deut-schen Kinderärzte.

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